Fortuna: Meier schnaubte vor Wut
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 31.08.2010 - 13:40Bei der 1:2-Heimniederlage gegen Hertha BSC Berlin offenbarte Fortuna viele Schwächen. In der Defensive kamen die Düsseldorfer oft einen Schritt zu spät, im Mittelfeld wurden keine Ideen produziert und vorne treffen die Stürmer nicht.
Im Zentrum der Kritik: Innenverteidiger Tiago, Mittelfeldspieler Marco Christ und Angreifer Sándor Torghelle, die in der Mannschaft wie Fremndkörper wirkten. Tiago hatte bei seinem Pflichtspiel-Debut für Fortuna große Abstimmungsprobleme in der Vierer-Kette, zeigte fahrige Aktionen, spielte den Gegenspielern die Bälle leichtfertig in die Beine. Trainer Norbert Meier kritisiert den Brasilianer: "Wenn Tiago sich hundertprozentig konzentriert kann er das spielen. Aber da waren heute einige Flüchtigkeitsfehler dabei."
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Tiago nutzte seine Chance nicht, die ihm der Trainer gegeben hatte. In der vergangenen Woche war er noch gesperrrt gewesen. Nun hatte ihn Norbert Meier von Beginn an für den in Cottbus ebenfalls schwachen Assani Lukimya gebracht. Sicherheit brachte er der Defensive nicht. Im Gegenteil.
Testspiele
Fortuna sbsolviert zwei zusätzliche Testspiel: Am Freitag, 3. September, tritt die Fortuna ab 18 Uhr bei ASC Ratingen-West auf der Sportanlage Gothaer Straße in Ratingen an. Das Spiel kam auf Initiative des ehemaligen Ratinger Trainers Günter Thiele zustande. Thiele hatte sieben Jahre für Fortuna gespielt und unter Wolf Werner bei Borussia Mönchengladbach.
Am Montag, 6. September, testet Fortuna beim BV 04 auf dem Sportplatz an der Hans-Böckler-Straße in Derendorf.
Eine unterirdische Leistung bot auch Marco Christ: Der Mittelfeldmann reihte Fehlpass an Fehlpass und vernachlässigte seine Defensivaufgaben. Der Trainer holte ihn in der Halbzeit vom Platz und kochte auch eine Stunde nach Schlusspfiff noch vor Wut. "Ich habe Marco nicht vom Platz geholt, weil er verletzt war", schnaubte Meier nur. Genaueres wollte er aber nicht äußern. Wohl wissend, dass er dann vor lauter Zorn übers Ziel hinaus geschossen wäre.
Auch Sándor Torghelle blieb während der Halbzeitpause in der Kabine. Der Ungar, der in der Vorbereitung aus beinahe jeder noch so kleinen Chance einen Treffer gemacht hatte, hat nun Ladehemmung, brachte überhaupt nichts zustande.
In der zweiten Halbzeit war zu sehen, wie Fortuna in der vergangenen Saison Erfolg gehabt hatte: Mit viel Kampf und großer Laufbereitschaft. Da sprang der Funke vom Platz auf die Zuschauerränge über, da herrschte plötzlich eine euphorische Stimmung. Kapitän Andreas Lambertz, der bis dahin gar nicht zu sehen gewesen war, hielt mit seinem Kampfgeist dagegen. Und auch der für Torghelle eingewechselte Wellington zeigte, dass mit ihm zu rechnen ist. Und das nicht nur wegen seines Glückstreffers aus 30 Metern Entfernung.
Trainer Meier freute sich für den Torschützen. "Welli ist sehr aktiv gewesen, hat ein gutes Spiel gemacht. Der Treffer gibt ihm Selbstvertrauen,", sagte er. Versöhnlich zeigte sich der Trainer mit der Gesamtleistung seiner Truppe: "Sie hat gezeigt, dass sie ihr Selbstvertrauen nach den Niederlagen nicht verloren hat. Sie weiß, was sie kann, hatte den Aufstiegsfavoriten schon am Rand einer Niederlage. Sie hätte nur noch zuschlagen müssen."
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