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Fortuna - Bochum 2:0: Meier-Team besiegt den Angstgegner

VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 19.07.2011 - 11:57

Düsseldorf (RPO). Fortuna Düsseldorf schien gegen den VfL Bochum einfach keine Tore erzielen zu können. In der vergangenen Saison der 2. Fußball-Bundesliga verlor die Mannschaft von Trainer Norbert Meier beide Vergleiche mit dem alten Westrivalen, 0:1 im eigenen Stadion und 0:2 an der Castroper Straße.

Dafür, dass diese schwarze Serie endlich riss, bedurfte es gestern schon eines Traumtores. Sascha Rösler setzte nach etwas mehr als einer Stunde den Ball per Fallrückzieher in den Winkel und legte so, auf Flanke von Kapitän Andreas Lambertz, den Grundstein zum 2:0-Sieg der Hausherren. Thomas Bröker erzielte in der 89. Spielminute den zweiten Treffer und somit den Endstand.

Der Rasen bestätigte jedes Vorurteil, das der Landeshauptstadt im Allgemeinen vorauseilt. Der pure Luxus – anders kann man es wohl nicht bezeichnen, wenn eine sündhaft teure Grünfläche für ganze vier Tage und ein einziges Fußballspiel verlegt wird. Erst am Samstag, nach Ende der Abbauarbeiten vom Bon-Jovi-Konzert, kam der Rasen in die Düsseldorfer Arena, heute wird er bereits wieder herausgerissen: wegen des anstehenden Take-That-Gastspiels.

Info

Hallo Herr Rösler, Gratulation zu Ihrem Traumtor.

Sascha Rösler: Danke. Aber Hauptsache der Ball war drin. In meinen Alter sollte man solche Dinger nicht zu häufig machen.

Und zum Spiel?

Sascha Rösler: Wir sind so froh, dass wir hier gewonnen haben, das hatten wir uns gewünscht. Morgen geht es weiter, wir müssen uns auf Paderborn vorbereiten, das ist ein schwerer Gegner. Wir haben noch Steigerungspotenzial, das hat man heute auch gesehen. So eine Pause zwischen den Spielzeiten bringt einen aus dem Rhythmus.

Zwischen Jon Bon Jovi und Robbie Williams waren also Fortuna und der VfL dran, was für die meisten weiblichen Besucher zwar sicher nicht ganz dasselbe war, aber doch immerhin ein Spitzenspiel der Zweiten Liga. Und als solches präsentierte sich die Partie dann auch von Beginn an – mit dem besseren Start für die Gastgeber. Fortuna brannte 25 Minuten lang ein Feuerwerk ab, das für die Bochumer phasenweise bedrohliche Ausmaße annahm.

So wie in der sechsten Minute, als Oliver Fink in den Strafraum sprintete und den Ball präzise auf Maximilian Beister zurückpasste. Der U20-Nationalspieler drosch allerdings über den Kasten und ließ somit die klarste Chance der ersten Hälfte aus.

Freilich nicht die einzige, denn Adriano Grimaldi, der etwas überraschend anstelle von Ken Ilsø für die Startelf nominierte Zugang aus Mainz, hatte in den folgenden Minuten zweimal die Führung auf dem Kopf. Am dichtesten dran kam dann Adam Bodzek in der 21. Minute, denn sein Kopfball klatschte an die Latte. Selbst wenn man berücksichtigt, dass auch der Bochumer Faton Toski mit einem 18-Meter-Freistoß die Querstange traf, waren die Gäste mit dem torlosen Zwischenstand nach einer halben Stunde bestens bedient.

„Das ist eine sehr erfahrene und sehr disziplinierte Mannschaft“, hatte Meier den VfL vorab charakterisiert, „die verfällt nicht gleich in Aktionismus.“ Eine absolut zutreffende Analyse, denn Friedhelm Funkels Team ließ sich vom Düsseldorfer Sturm und Drang nicht beeindrucken und lauerte kühl auf seine Chancen. Die sah es mit zunehmender Spieldauer immer mehr über Freistöße gekommen, die die Blau-Weißen suchten und provozierten. Aber auch spielerisch fanden sie besser hinein, warfen ihre ganze Routine in die Waagschale.

Es war ein besonderer Glanzmoment, der diesen Trend schließlich noch einmal drehte. Rösler, ohnehin ein Aktivposten im Düsseldorfer Spiel, brachte sich mit seinem fantastischen Fallrückzieher nachhaltig für alles Jahresrückblicke ins Gespräch, und als wenig später Bochums Denis Berger nach einer ruppigen Attacke gegen Christian Weber Gelb-Rot sah, schlug das Pendel weiter in Richtung der Rot-Weißen aus. Geschlagen aber gab sich der VfL immer noch nicht, und so blieb das Topspiel der ersten Runde bis zum Abpfiff packend.

Statistik

Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Lukimya-Mulongoti, Langeneke, van den Bergh - Oliver Fink, Bodzek - Beister (87. Dum), Rösler (81. Bröker), Lambertz - Grimaldi (56. Ilsö). - Trainer: Meier

Bochum: Luthe - Kopplin, Maltritz, Sinkiewicz, Ostrzolek - Johansson (75. Kramer) - Dabrowski, Toski (70. Ginczek) - Freier (81. Federico), Berger - Aydin. - Trainer: Funkel

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Tore: 1:0 Rösler (66.), 2:0 Bröker (88.)

Zuschauer: 33.150

Gelb-Rote Karten: Berger wegen wiederholten Foulspiels (68.)

Gelbe Karten: Lambertz, Langeneke - Maltritz

Erweiterte Statistik:

Torschüsse: 13:12
Ecken: 2:4
Ballbesitz: 47:53 Prozent
Fouls: 12:17

Quelle: RP

 
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