Fortuna: Meier und das Staatsgeheimnis
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 06.02.2010 - 07:52Norbert Meier bleibt seiner Linie treu - was nicht verwunderlich ist, denn immerhin hat der Trainer den Aufsteiger Fortuna auf Platz fünf in direkte Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen der Zweiten Fußball-Bundesliga geführt. Bisher ist er also gut damit gefahren, Personalentscheidungen erst am Spieltag selbst bekannt zu geben.
Da bildet auch das Derby gegen den MSV Duisburg (Sonntag, 13.30 Uhr, Esprit-Arena) keine Ausnahme und Meier macht fast schon ein Staatsgeheimnis daraus, wer für den gelbgesperrten Christian Weber auf den Posten des rechten Verteidigers rückt. Zur personellen Situation rasselt Meier daher auch nur herunter: „Verletzt: Kadah. Gesperrt: Weber. Hampel in Lotte. Der Rest steht zur Verfügung. Marcel Gaus hatte einen Magen-Darm-Virus, aber er soll sich nicht so anstellen.“
Immerhin bleibt der Übungsleiter auch seinem Humor treu und beantwortet die Frage nach der vakanten Verteidiger-Position launig: „Ich habe zwar zwei Kilo abgenommen, aber festgestellt: Es reicht nicht für meinen Einsatz“, und fügt noch eine Anekdote hinzu: „Einen Pass habe ich zwar noch, aber der liegt beim mecklenburg-vorpommerischen Verband. Da sollte ich mal im gesetzten Fußballer-Alter beim Landespokalendspiel für Schönberg 95 auflaufen. Ich habe dann aber verzichtet, gespielt hat Wolfgang Sidka.“
Was die Anekdote zeigt: Meier lässt sich die gute Laune vor dem Derby gegen den MSV nicht verderben. Und der Knaller gegen Duisburg ist vorab auch schon dafür geeignet, bei Fortuna für Euphorie zu sorgen. Am Freitag meldete der Klub „ausverkauft“. Abzüglich der Plätze, die aus Sicherheitsgründen oder wegen Platzmangels durch Fernsehteams nicht vergeben werden, kann der Zweitligist die stolze Zahl von 48.250 Zuschauern in der 51.000 Besucher fassenden Arena vermelden. Das ist ein neuer Zweitliga-Rekord für Fortuna - der dritte in dieser Spielzeit. Meier sagt: „Da musst du dich einfach freuen.“
Das Prädikat „ausverkauft“ gab es allerdings zuletzt im Mai des Vorjahres beim „Aufstiegsspiel“ gegen Werder Bremen II. Dass es Sonntag wieder ein komplett volles Haus gibt, liegt einerseits am Derby-Charakter (Meier: „Das ist ein besonderes Spiel“), andererseits an der Leistung der Rot-Weißen, die die Euphorie bei den Fans geschürt hat.
„Das ist ein Geben und Nehmen“, sagt Meier. „Die Fans mit der Stimmung, die sie verbreiten, und die Mannschaft, die sich das erarbeitet hat. Wir sind ja nicht mit einer Bonusrunde von 16 Punkten in die Saison gestartet. Das hat sich die Mannschaft hart erarbeitet. Wir müssen den zahlenden Zuschauern das Gefühl geben, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht, die 90 Minuten lang alles gibt.“
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