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Fortuna: Meier verteidigt seine Fortunen

VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 07:46

Schauspieleinlagen, hitzige Diskussionen, ein Platzverweis und zwei Tore – beim Unentschieden der Fußball-Zweitligisten aus Ingolstadt und Düsseldorf fehlte es an nichts. Der Favorit ließ große Chancen aus.

Das Spiel hatte es schon in sich, aber so richtig ab ging es erst nach dem Schlusspfiff. Nachdem Ex-Nationalspieler Thomas Linke, inzwischen Sportdirektor des Fußball-Zweitligisten FC Ingolstadt, sich in einem Interview über die angeblichen Provokationen Sascha Röslers echauffiert hatte, stauchte ihn Fortunas Trainer Norbert Meier nach allen Regeln der Kunst zusammen. Linke wirkte dabei deutlich stärker eingeschüchtert als zuvor die Ingolstädter Profis, die dem Spitzenreiter ein 1:1 abgetrotzt hatten.

„Ich bin es absolut leid, dass unsere Spieler ständig an den Pranger gestellt werden“, erklärte Meier hinterher. Linke müsse man offenbar ein wenig erklären, dass er nicht mehr in Österreich, sondern in der deutschen Zweiten Liga arbeite, fuhr der Düsseldorfer Coach fort. „Wir müssen da wirklich aufpassen, nicht in eine falsche Ecke geschoben zu werden. Wenn ich sehe, wie die Ingolstädter sich dauernd fallengelassen haben, und dann klopfen sie hinterher große Sprüche.“ Tatsächlich weinte sich nicht nur Linke, sondern auch FC-Kapitän Stefan Leitl – auf dem Platz an einigen fragwürdigen Szenen beteiligt – und in Ansätzen auch Trainer Tomas Oral über angebliche Düsseldorfer Schauspieleinlagen aus. Dass ihr eigener Spieler José Alex Ikeng weite Teile der Partie wie ein Käfer auf dem Boden liegend und dabei vor „Schmerzen“ schreiend verbrachte, verschwiegen sie geflissentlich.

Foto: rpo, Falk Janning

Ikeng war es auch, der mit einem eingesprungenen Hock-Salto den Platzverweis gegen Andreas Lambertz herausholte. Fortunas Kapitän katte dem Ingolstädter bei einer Freistoßsituation den Ball entreißen wollen, worauf Ikeng umfiel, als habe er eine Axt in die Kniekehlen bekommen. Unbestritten ist allerdings, dass sich der kurz zuvor verwarnte „Lumpi“ in dieser Szene ausgesprochen dumm anstellte. „Wenn man bereits Gelb hat, muss man da wegbleiben“, erklärte Meier kategorisch. „Man darf einen Spieler nicht schubsen, das ist klar.“

Schade jedenfalls, dass eine in manchen Phasen durchaus ansehnliche Partie durch solche unwürdigen Einlagen überschattet wurde. Wenigstens stand unterm Strich ein gerechtes Ergebnis, denn Ingolstadt kämpfte sich in beiden Halbzeiten eindrucksvoll heran, nachdem die jeweilige Startphase deutlich den Gästen gehört hatte.

Die leisteten sich jedoch den Luxus, zwei hundertprozentige Torchancen durch Thomas Bröker und Maximilian Beister zu vergeben. „Solche Dinger kriegst du nicht zuhauf auswärts“, sagte Meier. „Wenn du eine Spitzenmannschaft sein willst, dann musst du solche Bälle reinmachen.“ Größerer Schaden ist durch das 1:1 freilich nicht entstanden – und das war eine durchaus nicht unwichtige Erkenntnis.


 
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