Fortuna: Meiers Fazit: „Gelungen“
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 09.01.2010 - 08:58Fortuna-Trainer Norbert Meier zieht trotz des vielen Regens ein positives Resümee vom Trainingslager in Spanien: So konnte er seine Mannschaft einschwören, es gab adäquate Testspiele und die Niederlage gegen Mainz als Dämpfer zur rechten Zeit.
Ein bisschen veräppelt fühlten sich Fortunas Zweitliga-Fußballer schon, als sie gestern über das Rollfeld des schnuckeligen Flughafens von Jerez zu ihrer Boeing 737-800 spazierten. Strahlend blauer Himmel, kein einziges Wölkchen und schon am Vormittag angenehme 13 Grad mit stark steigender Tendenz - dieses Wetter hätten sie gern während ihres einwöchigen Trainingslagers in Andalusien gehabt und nicht erst zum Abflug.
Spätestens jedoch, als der erste Offizier Carsten Franke die Passagiere über die Bordlautsprecher mit einem melodiös intonierten „95 olé“ begrüßte, verflog das leichte Grummeln über das Wetterpech.
Freitag, 15. Januar: SC Paderborn
Freitag, 22. Januar: Union Berlin
Freitag, 29. Januar: TuS Koblenz (alle 18 Uhr)
Sonntag, 7. Februar: MSV Duisburg
Sonntag, 14. Februar: FC Augsburg (beide 13.30 Uhr)
Freitag, 19. Februar: RW Ahlen (18 Uhr)
Trainer Norbert Meier sah das Ganze ohnehin nicht so eng. „Es waren wegen des vielen Regens und der daraus resultierenden tiefen Plätze sicher erschwerte Bedingungen, aber weitaus bessere, als wir sie in Düsseldorf gehabt hätten“, sagte Meier und verwies darauf, dass ein Arena-Training bei geschlossenem Dach nicht möglich gewesen wäre: Bis Donnerstag war dort gar kein Rasen verlegt.
„Das Trainingslager hat seinen Zweck erfüllt, wieder einmal“, betonte der Coach. „Wir konnten viele Einheiten trotz des Regens absolvieren, und wir konnten die Mannschaft auf gewisse Dinge einschwören. Manager Wolf Werner und ich haben viel mit den Spielern geredet, einzeln und gemeinsam, das alles war wichtig. Und wir haben zwei adäquate Testspiele gemacht, wobei das zweite nicht nach unseren Vorstellungen gelaufen ist. Das war ein Schuss vor den Bug zum rechten Zeitpunkt.“
Das ernüchternde 1:5 gegen den Erstligisten Mainz 05 kam Meier und auch Werner gar nicht so ungelegen. „Bei manchen Spielern scheint im Kopf herumzuspuken, dass sie schon Erstliga-Spieler sind“, sagte der Manager. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht überziehen, denn wir sind so weit weg von der Bundesliga.“ Meier sah es ähnlich: „Die Spieler sind seit Monaten viel Lob gewöhnt. Sie müssen aber auch wissen, dass für den Erfolg nur zählt, Engagement, Laufbereitschaft und Zweikampfstärke zu zeigen. Wir sind ohne Chance, wenn uns das auch nur ansatzweise abhanden kommt.“ Wie eben gegen Mainz: Stürmer wie Aristide Bancé sind mit halber Lunge nicht zu bekämpfen. „Wir müssen ganz schnell wach werden, es gibt viele warnende Beispiele für Klubs, die schon meinten, alles erreicht zu haben“, ergänzte Meier.
Der Trainer fand in Novo Sancti Petri aber auch etliche positive Ansatzpunkte. „Es war ein Erfolg, dass Marco Christ wieder mit der Mannschaft trainiert hat und gegen Mainz 25 Minuten spielen konnte. Leute wie Marcel Gaus, Robert Palikuca, Kai Schwertfeger oder Axel Lawarée haben wieder mehr Spielpraxis erhalten. Das alles war wichtig, und als Resümee aus Spanien kann ich nur sagen: gelungen.“
Einige Fragen blieben noch unbeantwortet. Etwa die nach dem Torhüter Nummer eins, die Meier bis zum ersten Punktspiel offen lassen möchte. Alles deutet auf Michael Ratajczak hin - aber der Trainer schweigt dazu. Ebenso wie der Manager, wenn es um Vertragsverlängerungen geht. „Wir sind mit mehreren Spielern fertig, aber der eine oder andere zappelt noch“, berichtet Werner. „Ich denke aber, dass wir mit den meisten, mit denen wir sprechen, klarkommen werden.“
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