Fortuna: Meiers Sorgenkinder im Fortuna-Tor
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 10.08.2010 - 07:17Das Blitzturnier bei Alemannia Aachen brachte keine Entscheidung in einer der drängendsten Fragen beim Fußball-Zweitligisten Fortuna. Sowohl Michael Ratajczak als auch Michael Melka verpassten es, nachhaltig im Zweikampf um die Nummer eins im Tor zu punkten.
Melka (32 Jahre) spekulierte auf eine Flanke von Leverkusens Bundesliga-Star Renato Augusto, doch der Brasilianer schoss den Ball in die kurze Ecke - der Patzer des Torwart-Routiniers bedeutete das 1:1 und brachte Fortuna so beim 1:2 auf die Verliererstraße. Ratajczak (28) unterlief zwar gegen Aachen (0:1) kein so folgenschwerer Fehler, dafür war er häufiger unsicher: Bei fast jedem hohen Ball, der in den Strafraum gespielt wurde, brannte es vor seinem Kasten lichterloh.
Vor den beiden Testpartien in Aachen galt die Besetzung auf der so wichtigen Torhüter-Position bei Fortuna als Luxusproblem. Nur „Wimpernschläge“ würden am Ende zwischen beiden Keepern entscheiden, hatte Trainer Norbert Meier es genannt. Und Manager Wolf Werner hatte gesagt, die Ideallösung wäre, „aus beiden Torhütern einen“ zu machen. Doch dann patzten beide in Aachen.
Vielleicht haben die Keeper einfach nur einen schlechten Tag erwischt - es wäre allerdings zumindest merkwürdig, dass es beide am selben Tag erwischte. Eher scheint es, als habe der dauernde Konkurrenzkampf die beiden Rivalen zermürbt. Melka, der Ratajczaks Fehlgriffe aus nächster Nähe verfolgte, als er sich hinter dem Tor für seinen eigenen Einsatz warmlief, hatte sich vielleicht so sehr unter Druck gesetzt, eine fehlerfreie Partie abliefern zu müssen, dass ihm gleich ein folgenschwerer Fehler unterlief.
Dieser sorgte wiederum dafür, dass der Zweikampf um den Posten im Tor nach wie vor offen ist - was „Rata“ direkt nach der Partie nutzte, als er andeutete, dass er am Sonntag in der ersten Runde des DFB-Pokals spielen werde. Diese Entscheidung obliegt natürlich seinem Trainer.
Und Meier warnte in Aachen davor, aus den gezeigten Leistungen beim Blitzturnier allzu viel abzuleiten. „Weder das eine noch das andere sollte man nehmen, um zu sagen: ,Da ist mehr drin als da’“, lautete die Botschaft des Trainers zu den Patzern seiner Torhüter. Das Blitzturnier sollte laut Meier ein Wettkampf sein „wo in den zweimal 45 Minuten alles aufgedeckt wird“ - allein für seine Entscheidung über die Nummer eins im Tor gab es dabei wenig Hilfe.
Nach wie vor hat Fortuna zwei sehr gute Torhüter, hat Meier zwei Kandidaten für einen Posten. So lange er keine Entscheidung fällt, dauert der Konkurrenzkampf an, der die Kandidaten vielleicht zermürbt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




