Fortuna: Mit kühlem Kopf und Zoundi
zuletzt aktualisiert: 21.08.2010 - 09:08Das Spiel bei Energie Cottbus bildet für Fortuna am Sonntag (13.30 Uhr, Stadion der Freundschaft) den Auftakt zur neuen Saison der 2. Fußball-Bundesliga. Trainer Meier gibt dem Mann aus Burkina Faso eine Einsatzgarantie.
Es ist einer der seltenen Momente, in denen Norbert Meier einen Einblick in sein Gefühlsleben gewährt. „Wir Norddeutschen gehen ja zum Lachen in den Keller“, sagt der Fortuna-Trainer. „Allerdings nicht nur dafür. Ich habe im Keller einen Vorschlaghammer, und immer wenn ich mich richtig ärgere, dresche ich damit gegen eine Wand. Meine Frau hat’s erlaubt, weil es keine tragende Wand ist.“
Die Düsseldorfer Fußballfans sollten nun allerdings nicht den Fehler machen, an die reale Existenz des Meierschen Hammers zu glauben. Wohl aber daran, dass der Coach sich nach dem ersten Pflichtspielauftritt dieser Saison richtig geärgert hat. „O ja, das habe ich“, gibt Meier mit Blick auf die 0:1-Pokalpleite bei der TuS Koblenz zu, „und ich werde mich noch mehr ärgern, wenn ich bei der Auslosung der nächsten Runde diesen blöden Lostopf sehe. Auf der anderen Seite haben wir jedoch gerade mal ein einziges Spiel verloren. Es wäre traurig, wenn ich jetzt schon in Pessimismus verfiele.“
Man darf aus diesen Worten heraushören, dass die Einstellung vor dem Zweitliga-Auftakt am Sonntag bei Energie Cottbus (13.30 Uhr, Stadion der Freundschaft) stimmt. Beim Trainer, aber auch - soweit Meier dies überblicken kann - bei der Mannschaft. Deshalb sieht der 51-Jährige auch keinen Anlass für Rundumschläge. „Anfang der Woche würde man nach so einem Spiel wie in Koblenz am liebsten rausschmeißen, rausschmeißen, rausschmeißen“, erklärt Meier. „Ein paar Tage weiter sieht das schon wieder anders aus. Man muss da mit kühlem Kopf rangehen.“
Bahnbrechende Änderungen drängen sich ohnehin nicht auf. Mit Ausnahme des Kapitäns natürlich, doch spielt der wiedergenesene Andreas Lambertz gewöhnlich ausgerechnet auf einer Position, die in Koblenz gut besetzt war - im rechten Mittelfeld, das Patrick Zoundi mit viel Engagement beackerte. „Zoundi werde ich mit Sicherheit nicht rausnehmen“, gibt der Trainer zu Protokoll, „er hat als einer der wenigen am vorigen Sonntag 90 Minuten lang alles probiert.“ Der Rückschluss, dass „Lumpi“ Lambertz deshalb zunächst mal auf der Bank sitzt, ist dennoch unzulässig. „Lumpi ist eine Kampfsau, die nicht viel Anlaufzeit braucht“, erklärt Meier vielsagend.
In Cottbus erwarten die Düsseldorfer ein begeisterungsfähiges Publikum und ein Gegner, der vom Anpfiff weg wie eine Büffelherde nach vorn marschieren wird. „Da müssen wir dagegenhalten“, fordert Meier. Und das, obwohl Cottbus mit ganz anderen finanziellen Möglichkeiten arbeitet, wie Fortunas Manager Wolf Werner unterstreicht: „Da Energie 2008/09 noch Erstligist war und nicht wie wir einen großen Teil der TV-Gelder an die Sportwelt abführen muss, kann sich Cottbus leisten, 100.000 Euro für einen Uwe Hünemeier hinzulegen. Wir haben mit ihm auch mal gesprochen, aber da ging nichts.“
Geld schießt indes auch in der neuen Saison keine Tore - das verbessert Fortunas Chancen ungemein.
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