Rot-weiße Altstadt: "Nie mehr dritte Liga!"
VON TIMO BAKENFELDER - zuletzt aktualisiert: 23.05.2009 - 19:28Ein Rausch in Rot und Weiß. Fortuna hat es geschafft. Für die Fans brachen unmittelbar nach Abpfiff Festtage und -wochen an. Wer keine Karte mehr für das Spiel bekommen hatte, guckte mit vielen anderen Fans in den Altstadt-Kneipen. Ein Stimmungsbericht.
Hatte die Stimmung nach dem frühen Führungstor schon schnell ihren ersten Höhepunkt erreicht, wurde es mit fortlaufender Spielzeit merklich ruhiger. Zu spannend war die TV-Konferenz, zu knapp der Vorsprung. Doch als Schiedsrichterin Bibi Steinhaus mit der Pfeife dem Zittern ein Ende setzte, ging richtig die Post ab. Die in Rot und Weiß getauchte Bolker Straße jubelte, sprang, schrie - und weinte.
Doch erstaunlich schnell wurde es wieder stiller um die dutzenden Flachbildschirme herum. Schließlich gab es neben der Fortuna auch ein anderes, fast genau so wichtiges Ereignis: den letzten Bundesliga-Spieltag. Felix Magaths Wölfe sollten sich jedoch als meisterlicher Stimmungsmacher für die Fans erweisen, Bayern-Fans waren gestern in Düsseldorf dünn gesäht. Als jedoch feststand, dass die Fortunen in der nächsten Saison Bielefeld, den KSC und vielleicht die Cottbuser empfangen durften - zum Bedauern vieler Fans nicht die Freunde aus Gladbach - konnten sie sich wieder der Aufstiegsfeierei zuwenden.
Die Fans strömten in Scharen. Jede ankommende Straßenbahn spuckte im Laufe des Abends mehr und mehr Fans aus, die sich aus dem Stadion gen Altstadt aufgemacht hatten. Beliebtestes Souvenier aus der Aufstiegsstätte: der nun heilige Rasen, der in kleinen Portiönchen seinen Weg in die Altstadt fand.
Immer lauter schallten die Wechselgesänge durch die historischen Gassen, freudestrunkene Fans lagen sich in den Armen, schrien ihre Freude einfach heraus oder versuchten zu verstehen, was da eigentlich ihrer Fortuna widerfahren ist.
Die Polizei verstärkte ihre Präsenz im Bereich der Altstadt mit einem massiven Aufgebot. Vereinzelt kam es zu Schlägereien. Man sei bemüht, Auseinandersetzungen bereits im Keim zu ersticken, heißt es in der Einsatzstelle. Vorwürfe, die Polizei sei mit übertriebener Härte vorgegangen, wollte ein Sprecher nicht kommentieren. Ihm seinen derartige Fälle nicht bekannt, der Einsatz sei noch kaum überschaubar.
Der Schwerpunkt der Altstadt-Party liegt beim Feiern. Und das verspricht noch lang anzudauern. Am Sonntag geht es auf dem Rathausplatz ab 11.30 Uhr mit dem Empfang der Mannschaft weiter.
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