Fortuna: Randale: Arrest nach Flaschenwurf
zuletzt aktualisiert: 20.08.2009 - 07:24Mit der bisher härtesten Sanktion wegen der gewalttätigen Fortuna-Krawalle Ende Mai hat ein Jugendrichter gestern einen 17-Jährigen belegt. Der damals leicht angetrunkene Schüler hatte dabei eine Bierflasche gegen Polizisten geschleudert und einen Beamten an der Brust getroffen.
Dafür muss der 17-Jährige jetzt zwei Wochenenden im Jugendarrest verbringen, muss 30 Stunden sozialer Arbeit ableisten und ein Anti-Gewalt-Training absolvieren. Zusätzlich hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegen ihn bereits ein Stadionverbot von drei Jahren verhängt worden.
Ende Mai war es bei Feiern nach dem Aufstieg von Fortuna Düsseldorf in die Zweite Fußball-Bundesliga in der Altstadt zu massiven Ausschreitungen von Fortuna-Anhängern gegen Passanten und Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr gekommen.
In der Gerichtsverhandlung hat der 17-Jährige den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung bestätigt. Die anfängliche Feier-Stimmung sei damals eskaliert, gab er an. Aufgepeitscht durch die Gruppe, habe sich auch der Schüler von der "Eigendynamik" der Situation mitreißen lassen.
Bei den mehrstündigen Ausschreitungen war damals ein Polizeiauto ausgebrannt, auch wurden Barrikaden errichtet und angezündet. Rund fünfzig Ermittlungsverfahren hat die Staatsanwaltschaft bisher eingeleitet. In zwei ersten Strafverfahren waren die Angeklagten jeweils noch mit Geldzahlungen davongekommen.
Im jetzt dritten Strafverfahren erklärt der gestern angeklagte Schüler, er zähle nicht zur Hooligan-Szene, sei damals lediglich mit den "falschen Kreisen" unterwegs gewesen, denen er künftig fernbleiben wolle. Auch hat er sich bei der Polizei für den Wurf mit der Bierflasche bereits entschuldigt, habe die Flugbahn der Flasche allerdings auch nicht verfolgt.
Der getroffene Beamte war damals nur dank seines schweren Einsatzanzugs unverletzt geblieben. Die Staatsanwältin hatte für den Flaschenwurf des Schülers sogar vier Wochen Dauerarrest gefordert. Doch das erschien dem Jugendrichter offenbar zu hart.
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