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Fortuna: Randale: Justiz will schnell bestrafen

VON HANS ONKELBACH UND DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 27.05.2009 - 07:40

Die Staatsanwaltschaft wartet auf die Polizei-Akten zu den 24 Festgenommenen, die in der Nacht zu Sonntag in der Altstadt besonders brutal vorgingen. Die meisten der Täter stammen aus Düsseldorf und Umgebung. Polizei nimmt Einsatz unter die Lupe.

Ausschreitungen dieser Größenordnung hatte es zuletzt nach dem Aufsteigsspiel zwischen Fortuna und Werder Bremen II vor rund einem Jahr gegeben.  Foto: Youtube-Screenshot
Ausschreitungen dieser Größenordnung hatte es zuletzt nach dem Aufsteigsspiel zwischen Fortuna und Werder Bremen II vor rund einem Jahr gegeben. Foto: Youtube-Screenshot

Bei der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf wartet Sonderdezernentin Jeanette Bold seit gestern auf Akten aus dem Polizeipräsidium. Darin die Daten über 24 junge Männer, die in der Nacht zu Sonntag festgenommen worden waren, weil sie durch besondere Brutalität aufgefallen waren.

Nach ersten Erkenntnissen drohen ihnen Strafverfahren wegen Landesfriedensbruch, Beleidigung, Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung. Weil man in diesen Fällen beschleunigte Verfahren bevorzugt ("Die Strafe folgt auf dem Fuße") hat die Staatsanwaltschaft die Juristin für die Aufgabe freigestellt. "Theoretisch hätten wir morgen beginnen können," heißt es in der Behörde. Aber die Polizei habe noch nicht geliefert.

Dort ist man über diese Verzögerung nicht glücklich. Polizeisprecher Wolfgang Rodax räumt ein, dass man normalerweise schneller reagiert und die Staatsanwaltschaft bereits in Kenntnis gesetzt hätte. Aber die Ermittlungen gestalteten sich schwierig und dauerten an. Auch sonst wird der Einsatz behördenintern heftig diskutiert und analysiert. Einigkeit besteht darin, dass man möglichst schnell reagieren und ein Konzept vorlegen muss, das derartige Exzesse wie die von Samstagabend unterbindet.

In der Altstadt waren nach dem Aufstieg der Fortuna Flaschen geflogen, mehrere Personen verletzt worden. Ein Einsatzwagen der Polizei ging in Flammen auf, ein Feuerwehrmann wurde attackiert, als er löschen wollte. Der Polizei wurde schlechte Vorbereitung vorgeworfen. Polizeipräsident Herbert Schenkelberg hatte eingeräumt, dass man mit dieser Form der Brutalität nicht gerechnet hatte.

Fortuna-Vereinsvorsitzender Peter Frymuth reagierte auch gestern noch ratlos auf die Ereignisse. In den letzten Tagen hatte der Verein mehrfach betont, man glaube nicht, dass es sich bei den Tätern um Fortuna-Anhänger handelt. Möglicherweise ein Irrtum: In Polizeikreisen heißt es, die meisten der Festgenommenen seien aus Düsseldorf und Umgebung und man habe typische Fortuna-Utensilien bei ihnen gefunden.

"Aus heutiger Sicht war es ein Fehler, davon auszugehen, dass es friedlich bleiben wird", sagt Rolf-Jürgen Bräer (SPD), der Vorsitzende des Ordnungsausschusses. Das große Problem der Düsseldorfer Polizei sei, dass sie mit solchen Ausschreitungen keine Erfahrungen habe. Deshalb solle sie sich mit Kollegen aus anderen Städten austauschen, die bereits seit längerem Bundesliga-Erfahrungen hätten. "Dabei braucht die Polizei aber auch die Rückendeckung der Politik, nicht Widerstände wie jetzt beim Alkoholverbot", so Bräer. Den Polizeipräsidenten Herbert Schenkelberg hält Bräer für den richtigen Mann, der Besonnenheit verkörpere, sich aber nicht scheue, Dinge offen anzusprechen.

Andreas Hartnigk, Ordnungs-Experte der CDU-Fraktion, zeigt sich bei der Analyse der Altstadt-Ereignisse vom Wochenende milde: "Ich glaube, dass es eine absolute Ausnahme war." Möglicherweise habe die Polizei die Lage falsch eingeschätzt, doch auf eine solche Eskalation habe es keinerlei Hinweise gegeben. Im Stadion und auch bei der Rückfahrt sei alles reibungslos verlaufen, nichts habe auf Aggressionen schließen lassen. "Es ist nicht auszuschließen, dass die Ausschreitungen etwas mit vorangegangenen Aktionen zu tun gehabt hatten", sagt Hartnigk und meint den Polizeikessel an der Fortuna-Fan-Kneipe "Kastanie" am 19. April, in den Unbeteiligte gerieten und der inzwischen polizei-intern als misslungen gesehen wird.

Quelle: RP

 
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