Fortuna: Rösler hat Spaß mit Fortuna
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 12.05.2011 - 07:50Angreifer Sscha Rösler war genau das, was dem verunsicherten Fußball-Zweitligisten fehlte. Jetzt hängt der Blondschopf noch ein Jahr dran - jedoch erst nach sorgfältiger Prüfung des eigenen Körpers.
Eigentlich gehörten die Minuten nach dem 3:1-Sieg über Alemannia Aachen den Spielern, die Fortuna nach Saisonende verlassen. Dann gab es aber doch noch viel Beifall für zwei, die bleiben: Als der Vorstandsvorsitzende Peter Frymuth über die Stadionlautsprecher bekanntgab, dass der Vertrag mit Sascha Rösler verlängert und die Kaufoption für Ken Ilsø gezogen wird, wankte das Stahlgestänge der mobilen Air-Berlin-World unter dem Jubel der Fans.
Beiden Protagonisten schienen die Sympathie-Kundgebungen des rot-weißen Anhangs fast ein bisschen peinlich zu sein: Ilsø und Rösler hielten sich sichtlich im Hintergrund. „Es ist schön, dass die Fans sich freuen, wenn ich bleibe“, erklärte Rösler hinterher, „aber in diesem Moment sollten noch einmal die Jungs im Mittelpunkt stehen, die den Verein verlassen.“
Fortunas Vorstand
Der Verein Der Aufsichtsrat hat nun abgesegnet, was sich angedeutet hatte: Die Vorstandsmandate von Peter Frymuth, Thomas Allofs, Paul Jäger und Wolf Werner wurden verlängert.
Der Neue Sven Mühlenbeck ist neben Jäger und Werner das dritte hauptamtliche Mitglied und neu in der operativen Führungsspitze.
Der Abschied Der Vorstand bedankte sich bei Hermann Tecklenburg für die langjährige Arbeit.
Sascha Rösler ist fraglos eine der ganz großen erfreulichen Überraschungen der Saison. Viele hielten seine Verpflichtung schlichtweg für das Resultat einer Panikattacke, die Fortunas Führung nach dem verheerenden Saisonstart heimgesucht hatte. Der 33-Jährige, von Trainer Hans Meyer 2008 in Gladbach aussortiert, hatte sich bei 1860 München verpokert, war arbeitslos geworden und genoss bei etlichen Fans den zweifelhaften Ruf eines Dauer-Meckerers, der seine besten Zeiten hinter sich hat.
Nach sieben Monaten bei Fortuna ist das Fazit erlaubt: Alles Quatsch. Rösler war der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Er gab dem verunsicherten Team den Rückhalt, den es brauchte, die dringend benötigte Anspielstation in der Spitze. Der Blondschopf war jederzeit zu hundert Prozent engagiert, drückte sich nie vor Verantwortung und bedankte sich so nachhaltig für das Vertrauen, das Manager Wolf Werner und Trainer Norbert Meier ihm entgegengebracht hatten.
Dennoch dauerte es bis zum vorletzten Spieltag, ehe Fortuna und Sascha Rösler ihre gedeihliche Zusammenarbeit für ein weiteres Jahr zementierten. „Im Grunde war es schon länger klar“, gibt der Angreifer zu. „Wolf Werner und ich waren uns jedoch einig, dass überhaupt kein Grund zur Eile bestand. Wir wollten beide gern weiter zusammenarbeiten, warum sollten wir da unnötig hetzen?“
Der gebürtige Tettnanger hatte vor seiner Entscheidung jedoch gründlich in sich hineingehorcht - ganz so, wie er es im RP-Interview während des spanischen Trainingslagers im Januar angekündigt hatte. „Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass ich nur noch hinterherlaufe, hätte ich Schluss gemacht“, erklärt Rösler. „Dann aber ging es ganz gut in der Rückrunde. Es hat mir viel Spaß gemacht mit den Jungs, und als dann auch noch ein paar Tore von mir kamen, da habe ich mir gedacht: Das schaffst du noch ein Jahr, du kannst dem Team noch helfen.“ Und vielleicht ist es dem dann 34-Jährigen ja vergönnt, im Mai 2012 mit einer noch viel größeren Feier seine Karriere zu beenden.
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