Fortuna: Sahin bestraft Fortuna
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 16.08.2009 - 23:11Der ehemalige Düsseldorfer erzielte den Treffer zu Union Berlins 1:0-Sieg im Aufsteiger-Duell der Zweiten Fußball-Bundesliga. Neben den Punkten verloren die Düsseldorfer auch Marco Christ durch eine Knieverletzung.
Der Weg zur Glückseligkeit war für Kenan Sahin ziemlich beschwerlich. 65 Minuten lang schmorte der frühere Fortune im Zweitliga-Fußballspiel von Union Berlin gegen Sahins ehemaligen Klub auf der Ersatzbank.
Nach seiner Einwechslung lief es dann zunächst alles andere als glatt, so dass sein Trainer Uwe Neuhaus schon zweifelte: „Da hat Kenan Fehler eingestreut, die ihm sonst nicht passieren.” Zehn Minuten später war das alles vergessen. Sahin traf zum 1:0 für Union, entschied damit eine kämpferisch hochwertige, spielerisch aber blasse Zweitliga-Begegnung.
„Zu Fortunas Zeugwart Aleks Spengler habe ich vorher gesagt, dass ich treffe”, berichtete Sahin nach der Partie strahlend. „Der liebe Gott will es so, dass Ex-Spieler oft gegen Düsseldorf Tore machen.” Von Begriffen wie Genugtuung oder gar Rache wollte der 24-jährige Stürmer, der im Winter nicht gerade im besten Einvernehmen gegangen war, allerdings nichts wissen. „Klar ist es schön, gegen den Ex-Verein zu treffen. Aber ich habe mit Fortuna keine Rechnung offen. Und dass die Düsseldorfer Fans mich ausgepfiffen haben, geht mir am Hintern vorbei.”
Union - Fortuna 1:0
Fortuna: Ratajczak - Weber, Cakir, Anderson, J. van den Bergh - Sieger (80. Zoundi) Fink, Christ (55. Caillas), Lambertz - Bulykin (82. Lawarée), Jovanovic.
Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück).
Zuschauer: 12.344
Tor: 1:0 Sahin (76.).
Gelbe Karten: Gebhardt, Younga-Mouhani, Dogan / Cakir (1).
„Wir hatten die Partie im Griff”
Nach seinem Treffer erst recht. Und dass dieser nur dadurch entstehen konnte, dass Stephan Sieger Sahins Schuss so steil in den Berliner Himmel abfälschte, dass der Ball wie ein Dachziegel im Herbststurm hinter Michael Ratajczak ins Netz stürzte, interessierte ebenfalls niemanden mehr.
Fortunas Trainer störte eher, dass das Tor ausgerechnet in einer Phase fiel, als Union angeschlagen schien. „Wir hatten sie soweit”, sagte Norbert Meier. „Die Berliner drückten zu Beginn ganz ordentlich, aber das hatten wir alles überstanden und das Spiel schließlich ganz klar in den Griff bekommen. Und dann kassieren wir so ein Ding, unmittelbar nachdem wir selbst Riesenchancen hatten.”
Eben diese Chancen ließen den Coach, der mit der Einstellung seines Teams ansonsten sehr zufrieden war, ein wenig hadern. „Da waren wir einfach nicht uneigennützig genug.” Statt „wir” hätte Meier auch „Jovanovic” sagen können, denn der serbische Stürmer verschenkte durch seinen Eigensinn einen möglichen Sieg.
Wenige Sekunden vor dem 1:0 war‘s, als Jovanovic den in der Mitte völlig frei stehenden Dmitri Bulykin übersah und statt des zwingend geboteten Querpasses einen Schuss ans Außennetz anbrachte. Von einem Rückschlag in dieser Phase hätte sich Union höchst wahrscheinlich nicht erholt. Bulykin wiederum hatte nach 36 Minuten den Ball aus aussichtsreicher Position ins Nirwana geschossen. So war nichts zu holen in Köpenick.
Mittelfristig könnte das Missgeschick von Marco Christ die Düsseldorfer teurer zu stehen kommen als das vierte 0:1 in Folge gegen die „Eisernen”. Regisseur Marco Christ, seit Wochen in bestechender Form, zog sich bei einem unglücklichen Zusammenprall eine Innenbandverletzung im linken Knie zu. Er wird Fortuna fraglos sehr fehlen.
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