Fortuna: Sieg als Entscheidungshilfe
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 10.04.2010 - 00:07In Kürze wird Martin Harnik bekanntgeben, ob er beim Fußball-Zweitligisten Fortuna bleibt - damit rechnet zumindest Manager Wolf Werner. Am Samstag (13 Uhr) geht‘s in Cottbus um wichtige Punkte.
Schiedsrichter sind nicht immer die besten Freunde der Fußball-Profis. In diesem Falle freilich werden Fortunas Kicker kaum umhin kommen, die Personalie Christian Schößling als gutes Omen zu werten. Viermal wurde der Leipziger bisher bei Auswärtsspielen der Düsseldorfer eingesetzt - und alle vier beendete Fortuna siegreich, zuletzt beim 4:1 in Ahlen. Am Samstag pfeift wieder Schößling, wenn die Truppe von Trainer Norbert Meier in der 2. Bundesliga bei Energie Cottbus antritt. Was soll da noch schiefgehen?
Schade eigentlich, dass sich Fußballspiele nicht immer nach solchen scheinbaren Gesetzmäßigkeiten richten. Der FC Energie zum Beispiel hat sicher etwas gegen die Fortsetzung dieser Serie, und die jüngsten Ergebnisse des Erstliga-Absteigers sind Fortuna eine Warnung. „Wer 2:1 bei München 60 und 4:1 gegen Bielefeld gewinnt, der muss schon was drauf haben”, sagt Meier anerkennend. „Überhaupt haben die Cottbuser quantitativ wie qualitativ einen sehr guten Kader. Die hatten sich vor der Saison ganz andere Ziele gesetzt.”
Am Samstag muss Energie-Coach „Pele” Wollitz auf sechs Stammkräfte verzichten: Marco Kurth und Sascha Dum sind wegen der jeweils fünften Gelben Karte gesperrt, Markus Brzenska, Daniel Ziebig, Dennis Sörensen sowie der Brasilianer Roger fehlen verletzt. Meier zeigt sich davon wenig beeindruckt: „Wer sich leisten kann, einen Sergiu Radu auf die Bank zu setzen, der ist auch mit solchen Ausfällen gut genug bestückt.”
Meier selbst ist Freitagmittag ohne nennenswerte Personalsorgen in den Flieger nach Berlin (von da ging es per Bus weiter in die Lausitz) gestiegen. Selbst Ranisav Jovanovic konnte der Coach mitnehmen, obwohl der Serbe nach seinem Muskelfaserriss erst zwei Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolvierte.
Für die Startelf kommt „Rani” noch nicht in Frage - zudem sind alle vorsichtig geworden, nachdem der Stürmer beim 0:2 in Frankfurt zu früh ein Comeback versuchte und sich erneut verletzte.
Nichts Neues ergab sich vor dem Abflug in Sachen Martin Harnik. „Es hat keinen Sinn, ihn jeden Tag auf seine Zukunft anzusprechen”, meint Manager Wolf Werner, der am Donnerstag 68 wurde. „Martin hat ja im Grunde alles gesagt damit, dass er am liebsten mit Fortuna in der Ersten Liga spielen würde.”
Die Aufstiegsfrage wird vielleicht aber erst Mitte Mai beantwortet - und so lange soll es bei Harnik dann doch nicht dauern, vermutet der Manager: „Ich gehe davon aus, dass Martin sich jetzt bald entscheidet, ob er unser Angebot annimmt.”
Gemeinsam mit seinen Kollegen kann sich der Stürmer am Samstag selbst eine Entscheidungshilfe verschaffen. Mit einem Sieg käme Fortuna bis auf zwei Punkte an den Dritten FC Augsburg heran: Eine Menge Druck vor dem schweren Spiel des FCA am Montag in St. Pauli.
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