Das Düsseldorfer Sportjahr: So wird das Sportjahr 2007
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 30.12.2006 - 13:08Schafft Fortuna den Aufstieg? Wird die DEG Deutscher Meister? Bleibt die HSG in der Handball-Bundesliga? Schaffen die Magics den Durchbruch? Die Rheinische Post wagt einen Ausblick aufs Düsseldorfer Sportjahr. Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ereignissen natürlich rein zufällig.
Januar
Fortunas Fußballer werden beim Arena-Cup Zweiter. Im Umfeld wird erste Kritik an Trainer Uwe Weidemann laut: Der Finaleinzug sei schließlich nur normal, da Bundesligist Gladbach bekanntlich jedes Auswärtsspiel verliere - und eine Heimniederlage wie das 0:1 im Finale gegen Leverkusen dürfe Fortuna nun wirklich nicht passieren.
Das 0:4 gegen Straubing im ISS Dome verhindert den Sprung der DEG an die Spitze. Manager Lance Nethery hält eine Kabinenpredigt, die bis nach Unterrath zu hören ist.
Die Magics-Basketballer entlassen zwei US-Profis, die die Erwartungen nicht erfüllt hätten. „Unsere Neuen sind viel besser“, verspricht Geschäftsführer Kolja Bathow.
Februar
Nach einigen Umbauten wegen eines Konzerts im ISS Dome beschweren sich viele DEG-Zuschauer, dass sie von ihren Plätzen aus das Eis nicht mehr sehen könnten. Dome-Bauer Heinrich Pröpper erklärt: „Ich kann keine Sichtbehinderungen erkennen.“ Außerdem sei für so etwas die DEG zuständig.
Fortuna schlägt zum Rückrunden-Auftakt Spitzenreiter Osnabrück. Die erhoffte Verstärkung durch einen neuen Stürmer ist jedoch geplatzt, da ein Mitglied der Klubführung die Transfer-Modalitäten vorab an die Fleischerei-Fachzeitschrift „Lukullus“ ausgeplaudert hatte.
März
Handball-Bundesligist HSG verliert bei den direkten Konkurrenten Balingen und Hildesheim mit jeweils zehn Toren Differenz. Manager Frank Flatten weist Trainer Nils Lehmann an, die Spieler bis zum ersten Auswärtssieg ohne Abendessen ins Bett zu schicken.
Fortuna schlägt in der LTU-Arena die Aufstiegs-Rivalen Dresden, Wuppertal und Lübeck. Trainer Weidemann gerät nach dem 0:0 in Dortmund aber massiv in die Kritik - das Team spiele zu unattraktiv.
April
Die DEG wird Vizemeister. Dennoch gibt es einen Eklat, da das zweite Finale gegen die Adler Mannheim im ISS Dome abgebrochen werden muss, weil das Eis abtaut und alle Spieler bis zu den Knöcheln im Wasser stehen. Dome-Bauer Heinrich Pröpper erklärt die DEG für zuständig und versichert: „Die Eisanlage im Dome ist die beste in ganz Europa.“
Die Magics werden Zweiter und verpassen nur knapp den Aufstieg. Leider sehen nur 500 Zuschauer das entscheidende Spiel, in dem bis auf Björn Gieseck kein Akteur mehr mitwirkt, der zu Saisonbeginn im Kader gestanden hatte.
Mai
Fortuna macht am vorletzten Spieltag bei Holstein Kiel den Aufstieg perfekt. Vorstand und Aufsichtsrat präsentieren nach der Trennung von Trainer Weidemann, der führenden Köpfen des Vereins zu farblos war, einen neuen Coach: Aleksandar Ristic.
Juni
Die HSG verliert zwar das letzte Saisonspiel beim VfL Gummersbach mit dem Rekordergebnis von 14:51, bleibt aber dank der guten Heimbilanz in der Ersten Liga. Präsident Erwin Schierle denkt dennoch laut über einen Abschied nach, falls sich nicht mehr Sponsoren fänden und die Zuschauerzahlen nicht stiegen.
Rhein Fires Football-Profis holen zwar wieder nicht den World Bowl, schaffen aber einen neuen Rekord: Die 48-Stunden-Dauerparty vor jedem Heimspiel.
Juli
Zum ersten Fortuna-Training präsentiert Aleks Ristic seine neue Mannschaft für die Zweite Liga, in der neben neun Spielern aus der bosnischen Altherren-Nationalmannschaft vier Kroaten, drei Serben, zwei Mazedonier sowie André Winkhold und Andrzej Buncol stehen. „Erfahrung ist wichtig für bestimmtes System“, betont Ristic.
August
Mit zwölf neuen Spielern aus Nordamerika will DEG-Manager Nethery endlich wieder den Meistertitel holen. Zweites Ziel: Mehr Zuschauer in den Dome zu locken, der nur gegen Köln und bei David Copperfield ausverkauft war.
September
Obwohl die HSG kurz vor Saisonbeginn fast alle Leistungsträger verkaufen musste, trotzt sie Meister Kiel im Burg-Wächter Castello ein 31:31 ab. Leider sind nur 550 Zuschauer anwesend, da der DHB die Partie zeitgleich zur TV-Übertragung der Krönung des englischen Königs Charles ansetzte.
Fortuna präsentiert einen Getränkekonzern als neuen Partner. Allerdings nicht Red Bull, da Details zu den Verhandlungen mit den Österreichern zu früh an den lokalen Sender „Radio Ostallgäu“ ausgeplaudert wurden. Die Fußballer firmieren nun als Uerige Düsseldorf und sollen ganz in Braun mit weißen Rüschenhäubchen auf den Köpfen spielen - als Symbol für den Schaum auf dem Altbierglas.
Oktober
Nach den ersten Saisonspielen tritt Magics-Geschäftsführer Bathow zurück. Allerdings nicht ohne drei US-Amerikaner und einen erst kürzlich verpflichteten Spieler aus Burkina Faso zu entlassen, die die Erwartungen nicht erfüllt hatten bzw. gar nicht erst erschienen.
Die DEG erreicht in den ersten Heimspielen nur einen Zuschauerschnitt von 5555. Dennoch erklärt Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp, dass de facto mehr Fans als in den Vorjahren gekommen seien. Außerdem sei es einfach noch nicht kalt genug für Eishockey.
November
Bei Fortuna herrscht Ernüchterung: Die Fußballer verlieren ihre ersten zwölf Saisonspiele in der Zweiten Liga durch die Bank, der Zuschauerschnitt sinkt auf 4000. Für den beurlaubten Aleks Ristic kehrt Uwe Weidemann zurück, der zuletzt als Bergführer in Peru sein Geld verdient hatte. Der Deal mit der Uerige-Brauerei platzt leider, weil der DFB die weißen Rüschenhäubchen verbietet.
Nach dem 11:66 beim Aufsteiger und Tabellenletzten Oftersheim/Schwetzingen sagt HSG-Manager Flatten, dass er nun aber langsam so richtig sauer werde.
Die DEG steigert ihren Besucherschnitt auf 5800, unterliegt aber in Duisburg 0:8. Bitter, da die Füchse wegen Finanzproblemen nur zwei Verteidiger, drei Stürmer und Trainer Didi Hegen als Not-Torhüter aufbieten können. Manager Netherys Kabinen-Ansprache kann selbst bei ISS gehört werden - der Raumstation, nicht dem Dome.
Dezember
Die Ex-Macher Gerald Wagener und Kolja Bathow besorgen den Magics fünf neue Spieler, die definitiv besser als die alten seien und den Aufstieg realisieren sollen. Schon sehr bald könnten neue Sponsoren die rückläufigen Zuschauerzahlen ausgleichen.
Die erhoffte Verpflichtung eines Stürmers für Fortuna scheitert, da aus Kreisen von Aufsichtsrat oder Vorstand die Gespräche vorzeitig in der Schülerzeitung der Selma-Lagerlöf-Grundschule öffentlich gemacht werden. Vorstandssprecher Peter Frymuth verspricht, die undichten Stellen bald zu schließen.
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