Am Samstag beim Topspiel: St. Pauli kommt ohne Felix Luz
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 09.11.2006 - 13:34Große Aufstellungssorgen plagen den FC St. Pauli einen Tag vor dem Hit in der LTU arena. Florian Bruns (Bronchitis), Timo Schultz (Muskelfaserriss), Fabian Boll (Bandscheiben), Daniel Stendel (Sehnenanriss) und Felix Luz (Oberschenkelprellung) fallen aus. Trainer Andreas Bergmann hoffte für das Düsseldorf-Spiel damit vergeblich auf die Rückkehr von Sturm-As Felix Luz, der schon gegen Osnabrück wieder zurück in die Elf kommen sollte. Die Prellung stellt sich aber als schlimmer und schmerzhafter als erwartet heraus.
Die jüngste Hiobsbotschaft ist aus Sicht der Kiez-Kicker der Ausfall von Mittelfeldspieler Fabian Boll, der gegen Osnabrück noch 68 Minuten lang gespielt hatte, der seine schon chronischen Rückenschmerzen nun aber nicht mehr ignorieren kann. Nun droht nach einem Bandscheibenvorfall sogar eine mehrwöchige Pause.
Das Lazarett des FC St. Pauli liest sich von den Namen her nun prominenter als die erste Elf. Bergmann nimmt an den Niederrhein sogar aus Verzweiflung Jens Scharping und Ian Joy mit, die noch Trainingsrückstand haben.
Die Hamburger hatten sich trotz ihrer personellen Probleme gegen Osnabrück allerdings in guter Form präsentiert und sich in einem unterhaltsamen und begeisternden Offensiv-Spiel ein gerechtes 2:2-Remis erkämpft. Matchwinner war dabei ein Stürmer, den bis dato keiner auf der Rechnung hatte. Er heißt Marvin Braun, spielt auf der rechten Außenbahn (also ein Fall für Henri Heeren!) und schoss beide Treffer.
Der 24-Jährige hatte seit der Vorbereitung auf die Saison unter Verletzungen gelitten, kämpfte nach einer Knöchelverletzung mit Bänderdehnungen im Knie und mit einem Schleudertrauma. Braun, der früher für die Stuttgarter Kickers und den FC Augsburg spielte, wird in Düsseldorf wieder gemeinsam mit Thomas Meggle den "Notsturm" der Braun-Weißen bilden.
Dass die Hamburger mit dem 2:2 gegen Osnabrück nun neun Partien in Folge nicht verloren haben (und das Woche für Woche mit einer Notelf), macht sie allein nicht glücklich. Die Mannen vom Trainer-Duo Andreas Bergmann und André Trulsen wussten hinterher nicht so recht, ob sie sich über das erneute Remis nach dem frühen 0:1-Rückstand freuen oder dem verpassten Sieg und den Punkten nachtrauern sollten. Der Coach klagte, dass zu viele Unentschieden dabei seien. Das gegen die Wollitz-Truppe war schon das sechste im 14. Spiel.
In das gleiche Horn stößt auch Sportchef Holger Stanislawski. Allerdings macht er eine positive sportliche Entwicklung und gewisse Konstanz aus. Die wirkt sich bislang aber nicht in der Tabelle aus. „Wir könnten Erster sein, wenn wir unsere Chancen genutzt hätten“, sagt er. Stanislawski spricht damit die unglücklichen Remis gegen Wilhelmshaven, Union Berlin und Ahlen an. „Hätten wir die Spiele gewonnen, hätten wir jetzt sechs Punkte mehr und wären Tabellenführer.“ Statt den Platz an der Sonne aber haben die Kiez-Kicker nur einen Platz im Mittelfeld inne und spielen graue Maus.
Den Aufstieg haben sie aber noch lange nicht abgehakt, schließlich lässt auch die Konkurrent Punkte bei Abstiegskandidaten liegen. Nicht zuletzt Fortuna, das gegen Wilhelmshaven und Bayer II ähnlich unglücklich wie die Hamburger agierte. Angst vor Düsseldorf hat St. Pauli nicht, wie Trulsen betont: Gegen Spitzenteams tue sich seine Mannschaft leichter, sagt er.
Für die Kiez-Kicker geht es in der LTU arena darum, zu zeigen, wo sie wirklich stehen. Die Mannschaft stehe in der Pflicht, müsse in Düsseldorf zeigen, welche Ansprüche sie habe, sagen die Trainer. Bergmann war mit dem kämpferischen Auftritt gegen Osnabrück zufrieden.
In Düsseldorf soll endlich auch einmal das Ergebnis stimmen, denn auf fremden Plätzen haben die Braun-Weißen erst einen Sieg geholt. Aber selbst in diesem Fall würde es keine Prämie geben, denn die gibt es in St. Pauli erst ab einer Platzierung unter den ersten Fünf der Liga. Dieser Rang ist aber drei Zähler weit weg.
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