Fortuna: Starke: "RWO macht den Sack zu"
zuletzt aktualisiert: 20.05.2008 - 16:35Dagmar Starke ist Vorsitzende des Supporters-Club und von den Vereins-Mitgliedern jüngst in den Aufsichtstat gewählt worden. Falk Janning sprach mit der 40-Jährigen über die Stimmung bei den Fans und den möglichen Verbleib in der dritten Liga.
Hallo, Frau Starke: Wie ist zum Saisonausklang das Befinden der Fans? Wie sieht aus Ihrer Sicht eine erste Bilanz aus?
Starke: Das Fortuna-Lager ist gespalten, es schwankt zwischen Trauer und Optimismus. Manche wollen noch nicht wahr haben, dass der Aufstiegszug abgefahren ist und glauben noch an die minimale Chance. Zu welcher Seite ich gerade zähle, das hängt von meiner Tagesform ab, Grundtendenz ist aber eine latente Enttäuschung über die verpasste Aufstiegschance. Rechnerisch ist ja noch was drin, aber ich glaube, dass RWO den Sack am Samstag zumacht.
Wer hat denn Schuld am verpassten Aufstieg?
Starke: Von der Mannschaft hätte ich mir gewünscht, dass sie zum richtigen Zeitpunkt kämpft. Beim Debakel in Ahlen war davon überhaupt nichts zu sehen. Es gab überhaupt kein Aufbäumen. Wenn ich zur Fortuna gehe, dann will ich sehen, dass die Spieler alles geben. So wie das die Zweite am Sonntag gegen Uerdingen gemacht hat, als es um den Klassenerhalt ging: Die waren nach 70 Minuten schon so platt ... So stelle ich mir leidenschaftlichen Einsatz für den Verein vor. Und nur das ist ehrlich gegenüber uns Fans.
Wissen die Spieler denn, was so eine Haltung wie in Ahlen mit den Fans macht?
Starke: Einige wissen das bestimmt. Lumpi, Pali und andere haben ja schließlich engen Kontakt zu uns. Aber vielleicht hätte man der Mannschaft in der Halbzeitpause einmal zeigen müssen, wie hemmungslos manche Fans in Ahlen geheult haben. Dann hätten die Spieler sich vielleicht noch einmal zusammengerissen und alles gegeben.
Es gibt unter den Fans eine Bewegung „gegen den modernen Fußball". Auch im Fortuna-Block ist das entsprechende Transparent zu sehen. Da müsste Sie doch eine weitere Saison in der Dritten Liga freuen.
Starke: Ich wage zu bezweifeln, dass der moderne Fußball in der Dritten Liga außen vor bleibt. Wenn ich gegen den modernen Fußball bin, dann ist auch schon die Dritte Liga ein Problem. Wir hadern ja auch mit der Arena. Dennoch: Die Saison in der Dritten Liga wird sicherlich sehr interessant, mit vielen neuen Vereinen aus dem Süden. Von daher freue ich mich auch auf die Dritte Liga. Ich hoffe nur, dass die Mannschaft oben mitspielt. Denn ich wünsche unseren Fans, dass sie bald auch einmal eine höher spielende Fortuna erleben werden. Die vielen jungen kennen ja nur vom Hören, dass es auch eine Zeit gab, in der Fortuna einmal in der Bundesliga spielte.
Und trotzdem fahren 4000 nach Braunschweig.
Starke: Ja, eben. Das zeigt ja auch, welches Potenzial in der Fanszene der Stadt steckt. Wenn diese Begeisterung von den Rängen einmal auf das Spielfeld überschwappen sollte, dann kann nichts mehr schief gehen.
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