Fortuna: Tanzen statt Kicken
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 30.11.2010 - 18:05Fortuna Düsseldorf trainierte Dienstag in Neukirchen-Vluyn im „Fitnessland Kensho“. Tanz stand auf dem Trainingsplan. Trainer Norbert Meier und seine Spieler kommen seit Jahren in das Sportstudio von Dirk Schauenberg.
Andreas „Lumpi“ Lambertz muss kräftig durchpusten. Der Kapitän von Fortuna Düsseldorf versucht, im Takt zu bleiben. Der 26-Jährige, der ansonsten den Takt auf dem Platz angibt, muss sich rhythmisch zu Popmusik bewegen. „Meine Spieler sind alle nicht die allergrößten Tänzer“, sagt Trainer Norbert Meier. „Wer schon mal auf einer Weihnachtsfeier von Fußballprofis war, weiß, wovon ich spreche.“
Für mehr Beweglichkeit
Dienstagnachmittag trainierte der komplette Kader des Zweitligisten im Sportstudio „Fitnessland Kensho“ in Neukirchen-Vluyn. Studiobetreiber Dirk Schauenberg, der seit zwei Jahren als Fitness-Coach dem Trainerstab von Norbert Meier angehört, setzte Zambo, einen rhythmischen Tanz, auf den Trainingsplan.
Für die Profis eine willkommene Abwechslung zum normalen Trainingsalltag – gerade bei der aktuellen Witterung. Zambo verbessert die Koordination, Körperhaltung und Beweglichkeit. Eigenschaften, die im Profifußball immer größerer Bedeutung zukommen würden, sagt Schauenberg. Was die Trainingsgestaltung im Fitnessbereich betrifft, lässt Norbert Meier ihm völlig freie Hand. „Ich vertraue ihm und lasse ihn machen“, so Meier. Das Verhältnis der beiden ist freundschaftlich, sie sind Duzfreunde.
Seit zwei Jahren kommen die Fortunen regelmäßig nach Neukirchen-Vluyn. Schauenberg betreibt das „Fitnessland“ bereits seit 1998. „Viele Spieler kommen auch privat, um ihre Koordination weiter zu verbessern“, sagt Schauenberg. Norbert Meier hat nach eigenen Angaben bereits jedes Gerät ausprobiert. Der Fortuna-Coach schätzt vor allem das familiäre Verhältnis im „Fitnessland“. „So etwas verschafft Wärme, man kommt einfach gerne zum Training.“
Eintrag ins Buch der Stadt
Neukirchen-Vluyns Bürgermeister Harald Lenßen freut sich, dass die Fortuna in seiner Stadt trainiert. „Das ist ein enormer Imagegewinn. Das brauchen wir, um die Stadt nach vorne zu bringen.“ Lenßen nutzte gestern die Gelegenheit, um mit Norbert Meier am Rande des Trainings ein bisschen über Fußball zu plaudern. Ohne einen Eintrag ins Buch der Stadt ließ Lenßen den prominenten Gast aber nicht gehen. Die „Tanzeinheit“ dauerte gestern eine Stunde – die Spielerfrauen werden bei der anstehenden Weihnachtsfeier bestimmt überprüfen, ob ihre Männer etwas gelernt haben.
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