Fortuna: Uwe Klein wartet auf seinen Chef
VON GERNOT SPECK - zuletzt aktualisiert: 30.12.2007 - 23:29Fortunas Co-Trainer Uwe Klein kennt einen der Kandidaten als Nachfolger von Uwe Weidemann gut. Milan Sasic wollte mit ihm vor einigen zusammenarbeiten. Der Vorstand sucht nach Geldgebern, um einen neuen Coach überhaupt finanzieren zu können.
Milan Sasic ist um Worte normalerweise nicht verlegen. „Fortuna ist ein sehr interessanter Verein, aber ob und wie Kontakt besteht, dazu möchte ich mich in der Öffentlichkeit nicht äußern.” Der neben Norbert Meier heißeste Kandidat für den Trainerposten beim Fußball-Regionalligisten Fortuna Düsseldorf verrät zumindest eins: „Entscheidend ist: Ich bin für jeden anderen Verein verfügbar.”
Die TuS Koblenz, mit der der Kroate von der Ober- bis in die Zweite Liga marschierte, hatte ihn als Tabellenneunter im April dieses Jahres trotz laufenden Vertrags bis 30. Juni 2009 beurlaubt, im August bekam der 49-Jährige die fristlose Kündigung zugestellt. Eine gütliche Einigung scheiterte, für Februar 2008 ist eine ordentliche Verhandlung vor dem Arbeitsgericht geplant.
„Diese Dinge müssen die Anwälte klären”, sagt Sasic, seit zwei Wochen im Besitz der erforderlichen DFB-A-Lizenz. Bei der Partie gegen Rot-Weiß Erfurt saß er auf der Tribüne, einige Akteure wie Mittelfeldregisseur Marco Christ und auch Co-Trainer Uwe Klein kennt er viele Jahre: „Ich wollte Klein 2002 nach Koblenz als Assistenten und Spieler holen, doch damals gab er Düsseldorf den Vorzug.”
Fünfeinhalb Jahre später könnte es doch noch zur Zusammenarbeit kommen. „Der moderne Fußball verlangt Teamarbeit”, sagt der Trainerkandidat, mit dem Klein sicherlich gut zurecht käme: „Wenn ein neuer Coach zu uns kommt, wünsche ich mir einen offenen, vernünftigen Umgang.” Das Verhältnis zu seinen Akteuren beschreibt Sasic als hart, aber herzlich: „Ich habe meine Spieler aber nicht gestreichelt.”
Ob allerdings überhaupt ein neuer Trainer kommt, hängt vom lieben Geld ab. Eine rasche, kostengünstige Auflösung des bis 30. Juni 2009 laufenden Vertrags mit dem beurlaubten Uwe Weidemann gilt als unwahrscheinlich. So hat der Vorstand dem Vernehmen nach dem Aufsichtsrat soeben schriftlich mitgeteilt, die Bezahlung eines neuen Trainers nicht stemmen zu können. Das Stichwort lautet nun „Fremdfinanzierung”.
Die Idee, Uwe Klein auf den Stuhl des Chefs zu setzen, erscheint abwegig. Derlei Überlegungen spielten schon nach der Weidemann-Beurlaubung am 12. November keine Rolle. Der Vorstand um Sprecher Peter Frymuth steht unter öffentlichem Druck, einen neuen erfolgversprechenden Coach zu präsentieren, der nach dem letzten Spieltag am 31. Mai auf dem Rathausbalkon steht und mit den Fans den Aufstieg feiert.
„Es gab keine Signale vom Vorstand in diese Richtung, mich zum Cheftrainer zu machen. Da ich nicht vor diese Wahl gestellt wurde, mache ich mir darüber keine Gedanken”, sagt Uwe Klein, der neben der DFB-A- auch die „Uefa-Pro-Lizenz“ als höchste Stufe der Uefa-Trainerausbildung erworben hat.
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