Auswärts bei Union Berlin: Wenigstens eine gute Nachricht
VON JENNIFER TÖPPERWEIN - zuletzt aktualisiert: 17.08.2009 - 11:32Tolles erstes Auswärtsspiel der Saison: Fortuna verliert 0:1 bei Union Berlin. Diesem Spieltag kann ich nicht wirklich viel Gutes abgewinnen – nur die Freude, dass Kenan Sahin nicht mehr für uns spielt, und die Gewissheit, dass er so ist, wie wir es damals immer vermutet haben.
Das Wiedersehen mit Sahin war nicht wirklich glücklich. Er war der einzige Torschütze der Partie und sorgte für unsere Niederlage. Aber mal ganz ehrlich: Das war doch klar. Es ist doch ein ungeschriebenes Gesetz, dass unsere Ex-Spieler (fast) immer gegen uns treffen. Bestes Beispiel dafür ist Rudi Zedi. Er sorgte in zwei Spielen dafür, dass wir 0:1 gegen die Kickers aus Emden verlieren – beim Hinspiel in der vergangenen Saison (4. Oktober 2008) und 2006/2007 (13. September 2006). Auch beim Rückspiel 2007/2008 schoss er das erste Tor der Begegnung, doch Fortuna siegte zum Glück noch 2:1 (7. Mai 2008).
Sahins Tor schmerzte zwar trotzdem etwas mehr als ein normales Tor, das für eine Niederlage sorgt. Schließlich sang der Gästeblock kurz zuvor noch "Du warst zu schlecht für uns" und kein Fortune würde ihm den Treffer gönnen. Allerdings ist es angenehmer ihn im gegnerischen Team zu sehen als im eigenen. Das hat sein Verhalten nach Abpfiff noch einmal unterstrichen.
Sahin hatte da nichts besseres zu tun, als in Richtung Gästeblock zu jubeln. Er streckte die Fäuste in die Höhe, zeigte den Daumen, winkte, grinste, lachte und warf zur Krönung noch einen Handkuss zu uns Rot-Weißen. Natürlich erntete er laute Buh-Rufe, die ihn höchstwahrscheinlich noch freuten.
Und das freut mich wiederum. Denn das beweist: Sahin war und bleibt ein unfairer Spieler, der anscheinend nur auf Kosten anderer glücklich sein kann. Ein Tor reicht ihm nicht, er muss andere noch demütigen und erniedrigen. Ein Charakter, der nicht zu uns passt und es noch nie tat. Denn erinnern wir uns doch mal zurück: Sahins Rauswurf bei Fortuna hatte disziplinarische Gründe.
In einem Training Ende November 2008 war er mit Caillas aneinander geraten und unterbrach den Trainer anschließend lautstark gestikulierend während einer Ansprache ans Team. Meier schickte Sahin daraufhin umgehend vom Platz. Wenig später wurde er suspendiert. Schon bei Koblenz, von wo Sahin zu uns wechselte, war der Spieler umstritten und wurde aus disziplinarischen Gründen suspendiert.
Die Fortuna-Fans haben sowieso schon lange mit Sahin abgeschlossen. Als er zu uns kam, zeigte er sich zunächst als guter Kämpfer auf dem Platz, dann aber sein wahres Gesicht. Beim 1:3 in Lübeck verpasste er kurz vor Schluss aus Frust einem Gegenspieler einen Ellbogencheck und sah die Rote Karte. Nach einer Sperre von vier Spielen wurde Sahin immer eigensinniger, gab den Ball nur selten ab und vergab Chance um Chance. Die Fans wurden wütender und wütender.
Als er in Sandhausen freistehend vor dem Tor die Führung vergab, wurde er nach Abpfiff ausgebuht. Und was macht Sahin? Er antwortete auf die Kritik mit einer eindeutigen Handbewegung. Und das Provozieren kann er immer noch nicht lassen – nicht nur mit solchen unfairen Gesten. Seine Äußerungen in aller Öffentlichkeit haben es ebenso in sich. Vor dem Rückspiel in der vergangenen Saison sagte er, er fühle sich in Berlin viel wohler, weil es in Düsseldorf zu viele Egoisten in der Mannschaft gegeben hätte.
Selbstkritik ist Sahin fern. Wenn mal etwas nicht so läuft, wie er es will, sind immer die anderen schuld. So kann man sich alles zurecht biegen und Tatsachen einfach umdrehen. Gut, dass wir mit ihm erst einmal nichts mehr zu tun haben ...
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