Fortuna: WSV-Hooligans verprügeln Familienvater
VON URS LAMM - zuletzt aktualisiert: 09.11.2008 - 13:15Randale im Westen: Der 14. Spieltag der 3. Liga wurde von heftigen Ausschreitungen überschattet. Die Partie zwischen Fortuna Düsseldorf und dem Wuppertaler SV stand vor dem Abbruch. Noch schlimmer ging es vor dem Stadion zu. Wie Augenzeugen berichten, wurde ein Familienvater vor den Augen seiner Kinder zusammengeschlagen.
Nach Angaben der Polizei waren mehr als 400 Beamte im Dauereinsatz. Erst gegen 19 Uhr, zweieinhalb Stunden nach dem Schlusspfiff, habe sich die Lage entspannt.
Bereits vor Spielbeginn musste die Polizei aktiv werden. Beim Eintreffen der Anhänger des Wuppertaler SV trennte sie die verfeindeten Fanlager. Auch bei der Weiterfahrt zum Stadion, im Stadion selbst und nach Spielende kam es immer wieder zu Übergriffen extrem gewaltbereiter Personen.
Sieben Personen, darunter zwei Polizeibeamte, wurden verletzt, vier Personen vorläufig festgenommen. Bislang gibt es fünf Strafanzeigen. "Die Wuppertaler Fans sind mit einem enormen Gewaltpotenzial angereist", sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. Augenzeugen sagten, einige hätten Baseballknüppel dabei gehabt, die mit Stacheldraht umwickelt waren.
Randale vor der Partie
Gegen 11.45 Uhr erreichte ein Zug mit rund 300 Wuppertaler Fans den Hauptbahnhof in Düsseldorf. Bereits hier kam es nach Polizeinangaben zu einzelnen Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Fanlagern.
Die Beamten, die die Auseinandersetzungen trennen wollten, sind mit Tritten und durch Flaschenwürfe attackiert worden. Eine Sonderbahn sollte die Anhänger des Wuppertaler SV direkt zur Haltestelle LTU-Arena Europaplatz/Sportpark Nord bringen. Der Zugführer stoppte den Zug jedoch im Arena-Bahnhof. Warum der Zug entgegen der Absprache angehalten hatte, wird zurzeit noch bei der Rheinbahn geklärt.
In der Hoffnung, an dieser Stelle auf die Düsseldorfer Fans zu treffen, rissen die rund 300 Personen die Zugtüren auf und stürmten auf das dortige Plateau. Die äußerst aggressiven und gewaltbereiten Anhänger des WSV griffen nach Polizeiangaben wahllos Personen an. Laut Aussagen der Feuerwehr mussten drei Verletzte behandelt werden.
Durch Hinzuziehung weiterer Polizisten wurden die 300 Chaoten auf dem Plateau gesammelt und in ihren Block gebracht werden.
Gleich zu Beginn der ersten Halbzeit warfen Personen aus dem Block der Wuppertaler bengalische Feuer auf das Spielfeld. Ein Tatverdächtiger wurde von der Polizei identifiziert und festgenommen.
In der 27. Minute fiel der Führungstreffer für Wuppertal, erneut flogen Feuerwerkskörper auf das Spielfeld, die den Gäste-Keeper Christian Maly knapp verfehlten. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie erneut für 13 Minuten.
Mit Steinen beworfen
Nach Spielende bewarfen "Fortuna-Fans" die Sonderbahnen, in denen sich die Wuppertaler befanden, mit Steinen und Bierflaschen – ohne Rücksicht auf abreisende unbeteiligte Besucher. Die Bahnen wurden an der Weiterfahrt gehindert.
Die Polizisten drängten die Düsseldorfer Fans schließlich zurück. Gegen 18.40 Uhr verließen die letzten Wuppertaler Anhänger in Sonderzügen Düsseldorf. Auch bei der Abreise mussten Polizisten der Landes- und Bundespolizei im Hauptbahnhof mehrfach eingreifen.
Der Deutsche Fußball-Bund hat bereits Ermittlungen angekündigt.
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