Fortuna: Zu Hause eine Macht
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 25.01.2010 - 07:04Fortuna hat von den jüngsten 28 Heimspielen nur eines verloren. Nach dem 1:0 gegen den früheren Angstgegner Union Berlin hat die Vorfreude auf den MSV Duisburg begonnen.
Beim MSV Duisburg beginnt man sich so langsam seine Gedanken zu machen. Die „Zebras“ sind der nächste Gegner, der sich zu einem Zweitliga-Fußballspiel bei Fortuna vorstellen muss - und es gibt im Moment sicher angenehmere Aufgaben. Von den 28 Heimspielen, die Fortuna seit dem 23. August 2008 in der Arena ausgetragen hat, verlor sie nur ein einziges: am 19. April des Vorjahres gegen Union Berlin mit 0:1. Der Versuch der Berliner, dieses Erfolgserlebnis zu wiederholen, scheiterte am Freitagabend beim hoch verdienten 1:0-Erfolg der Truppe von Trainer Norbert Meier.
Sicher, ein paar Unentschieden waren schon dabei in Fortunas toller Serie der letzten 17 Monate. Deren neun, um genau zu sein. Seit jenem 0:1 gegen Berlin folgten aber nur noch zwei Remis, bei stolzen elf Siegen. Die Esprit-Arena ist zu einer Festung geworden, und die Düsseldorfer honorieren das mit Massenzuspruch. 25300 waren es wieder am Freitagabend, trotz der unsäglichen Anstoßzeit von 18 Uhr.
„Am 7.Februar gegen Duisburg werden es sicher noch einige mehr sein“, sagte der ansonsten eher vorsichtige Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth. Damit wird er zweifellos Recht behalten - zumindest, wenn Fortuna am kommenden Freitag beim Abstiegskandidaten TuS Koblenz nicht stolpert.
Die Basis für einen neuen Zweitliga-Vereinsrekord (der bisherige steht bei 32495 aus dem Oberhausen-Spiel) ist gelegt. Auch durch eine erneut beeindruckende Vorstellung am Freitagabend. Fortuna bewies dabei, dass sie gelernt hat, auch schwierige Spiele zu gewinnen. Spiele, in denen das Pendel auf die Seite des Gegners auszuschlagen droht. Wie Mitte der ersten Hälfte, als Union sich vom Düsseldorfer Druck der Anfangsminuten befreite, der Meier-Elf mit einem fünfköpfigen Mittelfeld die Räume zustellte und selbst Chancen herausspielte.
„Aber dann haben wir nach der Pause bei einer Standardsituation den entscheidenden Fehler gemacht“, analysierte der Berliner Trainer Uwe Neuhaus. Fortunas Innenverteidiger Anderson köpfte auf Freistoßflanke von Marco Christ ein - und fortan hatten die Gastgeber alles im Griff. „Wir hatten keine klare Torchance mehr, so dass Fortunas Sieg verdient war“, schloss Neuhaus.
Schade nur, dass der ansonsten so sichere Elfmeterschütze Jens Langeneke in der 77.Minute am Pfosten scheiterte und so eine frühere Entscheidung liegenließ. „Jens hat so viele Elfer für uns verwandelt“, sagte Norbert Meier, „da muss man ihm auch mal einen Fehlschuss zugestehen.“ Der Trainer konnte sich entspannt zurücklehnen, denn wieder einmal waren seine Personalentscheidungen - wie etwa das Comeback Sebastian Heidingers auf der linken Seite - richtig gewesen. Und da sich zudem alle Blessuren des Abends (Lambertz, Christ, Jovanovic) als harmlose Krämpfe erwiesen, störte nun wirklich gar nichts seine gute Laune.
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