Fortuna: Zu null an die Spitze
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 26.08.2007 - 23:32Wieder kein Gegentreffer, wieder gewonnen. Fortunas Regionalliga-Fußballer sind nach dem 1:0 bei Energie Cottbus II Tabellenführer. Das Spiel war schlecht, die Anreise aber auch ein einziges Chaos.
Schwarze Serien, böse Omen, triste Statistiken Fortunas Fußballer scheint das alles nicht mehr zu interessieren. In angenehmer Regelmäßigkeit schütteln sie die Schatten der Vergangenheit ab, wie auch jetzt wieder in Cottbus.
Seit dem Aufstieg in die Regionalliga Nord 2004 hatte es diverse Chancen gegeben, an die Tabellenspitze zu klettern, aber nie war den Düsseldorfern dies am Ende eines regulären Spieltags geglückt. Bis Samstag: das 1:0 bei Energie Cottbus II brachte Fortuna auf Platz eins.
Selbstverständlich war dies trotz der klaren Favoritenrolle nicht. Denn auf der Anreise zum Stadion der Freundschaft war so ziemlich alles schief gegangen: Im Zug fiel die Klimaanlage aus, "sodass wir bei 45 Grad stundenlang im eigenen Saft saßen", wie es der souveräne Innenverteidiger Jens Langeneke formulierte. Als die Spieler dann vor dem Hotel eine halbe Stunde auf den bestellten Bus warten mussten und erst auf den letzten Drücker im Stadion eintrafen, war das Chaos komplett.
"Schlechter kann die Vorbereitung auf ein Spiel nicht sein", meinte Fortunas Trainer Uwe Weidemann. "Wir sollten deshalb einfach zufrieden mit unseren drei Punkten sein. Dass wir diesmal schlechten Fußball gespielt haben, hat jeder gesehen, aber das sollten wir nicht überbewerten." Die Fans sahen das genauso.
400 waren mit in die Lausitz gereist, feierten ihr Team immer wieder mit "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Rufen. Noch einmal 200 warteten am Düsseldorfer Hauptbahnhof auf das Eintreffen der Spieler nach Mitternacht. Schade nur, dass der Großteil von ihnen bereits am Flughafen-Bahnhof ausgestiegen war, weil dort fast alle Autos geparkt waren.
Robert Palikuca gehörte zu den wenigen, die durchfuhren - und konnte nur noch sagen: "Ich bin einfach überwältigt von diesem Empfang." Der Innenverteidiger stand bei den Anhängern ohnehin hoch im Kurs, weil er trotz eines gerade eine Woche alten Nasenbeinbruchs durchspielte.
Die Qualität des Spiels beim Aufsteiger war angesichts der Begleitumstände Nebensache. Das ist allerdings auch gut so, denn die Partie war - um der Wahrheit die Ehre zu geben - über weite Strecken langweilig, leblos und lahm. Der Sieg der Gäste war dennoch beileibe nicht unverdient. Während Cottbus zu drei nennenswerten Chancen kam, darunter ein Außenpfosten-Schuss von Gilberto Kozar, verbuchte Fortuna deren sechs.
Die klarste vergab Andreas Lambertz, der sich allerdings mit dem entscheidenden Treffer schon in der 16. Minute schadlos hielt. Nach einem grandiosen Freistoßtrick mit Beteiligung von Markus Anfang und Marco Christ hätte im Grunde schon Axel Lawarée treffen müssen, ehe "Lumpis" Nachschuss saß. Aber wer will sich schon mit solchen Feinheiten aufhalten, wenn Fortuna mit fünf Treffern in fünf Spielen 13 Punkte holt?
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