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Fortuna: Zwischen Hoffen und Bangen

VON JENNIFER TÖPPERWEIN - zuletzt aktualisiert: 21.05.2009 - 14:18

Die Fortuna-Fans fiebern dem Samstag (13.30 Uhr/Live-Ticker) entgegen. Die Rot-Weißen können an dem Tag den Aufstieg in die Zweite Liga perfekt machen. Einer der Fans "zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Vorfreude und Angst" – wie er selbst sagt – ist Andreas Hintz.

Andreas Hintz fiebert schon dem Samstag entgegen.  Foto: privat
Andreas Hintz fiebert schon dem Samstag entgegen. Foto: privat

Andreas Hintz hat alle Fortuna-Aufstiege seit 1988 miterlebt. Aber trotzdem wäre für ihn der Aufstieg, den der Verein am Samstag perfekt machen könnte, der wichtigste. "Diese 90 Minuten sind die entscheidendsten der letzten Jahre – von der Auswirkung her", erklärt der eingefleischte Fan. Fortuna spielt vor ausverkauftem Haus und könnte es endlich schaffen, diese Euphorie in die Zweite Liga mitzunehmen. Zuschauer würden an den Klub gebunden, Sponsoren hinzugewonnen.

Und auch aus einem sehr persönlichen Grund wäre der jahrelang herbeigesehnte Erfolg für Hintz ein ganz besonderer. In Braunschweig hat er sein 500. Meisterschaftsspiel in Folge gesehen. Seit April 1995 hat er keins mehr verpasst. Ein positiver Ausgang am Samstag wäre die Krönung seiner Serie.

Info
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An die anderen miterlebten Aufstiege will der 39-Jährige gar nicht denken. Das seien andere Situationen gewesen, unvergleichbar. Und im Grunde genommen will Hintz an den möglicherweise bevorstehenden Aufstieg auch nicht denken. Das mache ihn zu nervös. In diesen Tagen lenkt er sich lieber ab – mit Planen.

Der Düsseldorfer ist nämlich nicht nur verrückt nach Fortuna, sondern generell nach Fußball. Hintz plant zurzeit seinen "Urlaub". Nächste Woche geht es nach China und Dubai, wo er die Spiele der Nationalmannschaft verfolgen will. Allerdings: Falls Fortuna in die Relegation muss, lässt der 39-Jährige sein Flugticket und die Eintrittskarten verfallen. "Das ist doch klar", kommentiert er schlicht und wie selbstverständlich.

Die Relegation schließt Hintz nie aus, wenn er dann doch ab und zu an den kommenden Samstag denkt. Schließlich könnte es ja Unglück bringen, sich des Aufstiegs zu sicher zu sein. Und er will es durch unbedachte Gedanken oder Äußerungen nicht schuld sein, falls es nicht klappt.

Schon längst hat der Bankkaufmann seine Kleidung für das (hoffentlich) letzte Heimspiel der Saison rausgelegt: das rote, limitierte Trikot mit den 300 Fan-Namen drauf. Das hatte er schon bei den vorigen Spielen an, die gut gelaufen sind. Vorbelastet ist es demnach nicht. "Ein Trikot, das ich bei einem Sieg trage, wasche ich nicht mehr und ziehe es solange an, bis wir verlieren", erläutert Hintz. Danach wandere es sofort in die Wäsche und wird erst einmal nicht mehr übergestreift. Wenn die Niederlage zu bitter ist, verbannt er das Shirt sogar total.

Hintz gibt offen zu, dass er ein wenig abergläubig ist. Schon als er in jungen Jahren noch nicht ständig im Stadion sein konnte und die Spiele am Radio begleitete, hatte er ein Ritual: Wenn Fortuna 20 Minuten vor Ende in Führung war, bewegte er sich nicht, bis der Schiedsrichter die Partie abgepfiffen hatte. Dieses Ritual hat der 39-Jährige heute nicht mehr. Welche er hingegen am Samstag anwendet, will er nicht verraten, denn: Das könnte ja Unglück bringen.

Wie schon in der Woche will sich Hintz auch am Samstag ganz normal verhalten, um der Nervosität vorzubeugen. Der Vorsitzende des Fanclubs "Fortuna Treu" wird vier Stunden vor Anpfiff in der Arena sein und – wie immer – die Stadionzeitung „Fortuna aktuell“ in den Vip-Räumen auslegen, seine Freunde begrüßen und sich dann langsam zu seinem Platz im Oberrang der Haupttribüne aufmachen.

Und spätestens dann wird er nicht mehr ruhig bleiben können. Dann wird Hintz das für ihn wichtigste Fortuna-Spiel überhaupt und sein 503. Ligaspiel in Folge sehen – das hofft er zumindest. Denn: "Es kann auch gut sein, dass ich zu hibbelig sein werde und einfach umkippe."


 
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