Schwarze Rauchwolke über Düsseldorf: 100 Einsatzkräfte löschen Reifenbrand
zuletzt aktualisiert: 26.05.2010 - 14:42Großalarm gestern Abend bei der Düsseldorfer Feuerwehr. In Gerresheim brannte kurz nach 20 Uhr ein Reifenlager. Eine riesige schwarze Rauchwolke zog über die Stadt. Erst am frühen Mittwochmorgen konnten die letzten Einsatzkräfte abrücken.
Bis heute morgen gegen halb fünf war die Feuerwehr im Großeinsatz, um den Brand im Reifenlager an der Heyestraße in Gerresheim zu löschen. Entdeckt wurde das Feuer Dienstagabend um kurz nach 20 Uhr. Wenig später gab der Chef der Feuerwehr Großalarm aus. Rund 100 Leute der Freiwilligen- und Berufsfeuerwehr waren daraufhin im Einsatz, um den Brand des 20 mal 30 Meter großen Reifenstapels zu löschen. Verletzt wurde niemand.
Durch den Brand entwickelte sich eine gigantische schwarze Rauchwolke, die über weiten Teilen der Stadt zu sehen war. Der Rauch zog über Gerresheim, Vennhausen, Eller und Hellerhof bis an die Grenzen von Langenfeld und Baumberg.
Die Feuerwehr warnte Anwohner mit Lautsprecherwagen und über das Radio vor dem gefährlichen Brandrauch. Tausende Menschen mussten mehr als drei Stunden lang Fenster und Türen geschlossen halten. Erst gegen 23.30 Uhr gab die Feuerwehr Entwarnung. Auch S-Bahnen, Regionalbahnen und Straßenbahnen konnten wegen des starken Rauchs für mehrere Stunden nicht fahren. Der S-Bahnhof war gesperrt.
Feuerwehr sprühte Schaum
Der Reifenstapel brannte auf einer Freifläche zwischen der Bundesbahnlinie und der ehemaligen Glasfabrik. Eine leerstehende Fabrikhalle wurde durch die Flammen ebenfalls beschädigt. Bei den Löscharbeiten hatte die Feuerwehr mit zusätzlichen Widrigkeiten zu kämpfen. Wegen der schlechten Wasserversorgung mussten Einsatzkräfte bis zu 500 Meter Schläuche verlegen. Außerdem lässt sich brennender Kautschuk nur schwer löschen und entwickelt viel Rauch. Um die Flammen in den Griff zu bekommen, sprühte die Feuerwehr deshalb einen meterhohen Schaumteppich über den Haufen.
Durch den Schaum ließ die Rauchentwicklung zwar schnell nach. Denn dem Feuer wird unter dem Schaum der Sauerstoff großenteils entzogen. Allerdings kommt das weiße Löschmittel nicht so gut an die Glutnester heran. Hierfür muss der Reifenstapel auseinandergezogen und in einzelnen Teilen gelöscht werden. Diese mühselige Kleinarbeit dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Und sogar bei einer erneuten Brandnachschau um sieben Uhr morgens entdeckten Feuerwehrleute erneut Glutnester.
Wie es zu dem Feuer gekommen ist, ist weiterhin unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt bereits seit gestern Abend. Trotz des Großeinsatzes fällt der Schaden eher gering aus. Der Reifenhändler schätzt den Wert der verbrannten Reifen auf rund 5000 Euro.
Das Umweltamt will heute die betroffene Gegend auf Schadstoffe überprüften. Zunächst wird erkundet, wo die Asche runtergekommen ist. Dort werden Proben genommen. Der starke Regen Mittwochvormittag könnte einen Großteil der Asche allerdings bereits weggespült haben.
Über das Umwelttelefon der Stadt 49 49 49 können sich besorgte Anwohner informieren. Die Umweltexperten beruhigen, die schwarze Asche sei gut zu erkennen und könne einfach aufgekehrt werden. Gartenmöbel können abgewaschen und das Waschwasser sollte in die Toilette geschüttet werden. Obst und Gemüse sollte man vor dem Verzehr gründlich waschen. Wer beim Saubermachen Handschuhe trägt, schließt auch ein Restrisiko aus.
In den nächsten Tagen prüft das Amt außerdem, ob der Brand und der Löschschaum den Boden rund um die abgebrannte Halle verunreinigt haben. Dadurch wollen die Fachleute vermeiden, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen.
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