Haltestelle Steinstraße: 21-Jähriger von U-Bahn überrollt
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 07:24Düsseldorf (RP). Schwer verletzt wurde in der Nacht zu Sonntag ein 21-jähriger Erkrather, der im U-Bahnhof Steinstraße von einer einfahrenden Bahn überfahren wurde. Der Grund für das Unglück ist noch unklar. Die Bergung des jungen Mannes war schwierig, da der Waggon erst angehoben werden musste.
Der Fahrer der U-Bahnlinie 74 bremste noch mit aller Kraft, doch es war zu spät. Ein 21-jähriger Mann aus Erkrath wurde in der Nacht zu Sonntag an der U-Bahnstation Steinstraße/Königsallee von der Bahn überrollt und erlitt dabei schwere Verletzungen.
Der Grund für das Unglück ist noch unklar. Die Polizei schließt lediglich Fremdverschulden aus. Ob der Mann vor der Einfahrt des Zuges versehentlich auf die Gleise stürzte oder aber sich mit Suizidabsicht vor den Zug warf, ist noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.
Die unterirdische Station in der zweiten Etage war um 3.38 Uhr in der Nacht zu Sonntag nahezu menschenleer. Nur ein 23-jähriger Mann ging über den Bahnsteig 2, als er den 21-Jährigen allein auf einer Bank sitzen sah. Kurz darauf näherte sich die Linie 74 mit Fahrtrichtung Hauptbahnhof in der U-Bahnstation. Plötzlich entdeckte der 45-jährige Fahrer am Beginn des Bahnsteigs den jungen Mann im Gleisbett. Trotz Vollbremsung kam der Zug nicht mehr zu stehen und überrollte den Mann. Der Erkrather erlitt schwere Verletzungen, vor allem an den Beinen und an der Hüfte.
Die alarmierte Feuerwehr eilte mit dem Löschzug der Feuerwache Hüttenstraße, mehreren Rettungswagen, einem Notarzt und etlichen Sonderfahrzeugen zum U-Bahnhof Steinstraße. Das Problem vor Ort: Der 21-Jährige lag unterhalb des ersten Wagens des U-Bahnzugs. Sofort transportierten die Wehrleute das notwendige technische Gerät hinunter in den U-Bahnschacht und begannen die Bergung des Schwerverletzten. Die Oberleitung wurde zuerst geerdet und die Bahn mit Hilfe von Hydraulikhebern angehoben. Während der Befreiung wurde der Verunglückte vom Notarzt und dem Rettungsdienst betreut.
Nach einigen Minuten gelang es den Einsatzkräften, den Mann schließlich zu befreien. Der 21-Jährige wurde unter notärztlicher Behandlung in die Universitäts-Klinik gefahren. Der Rheinbahnfahrer erlitt einen Schock und wurde von dem Notfallseelsorger vor Ort betreut.
Die Unfallursache soll in den nächsten Tagen geklärt werden. Im Gleisbett fand die Polizei einen Handschuh. Eventuell hatte ihn das Opfer verloren und war deshalb auf die Gleise getreten. Die in dem U-Bahnhof Steinstraße installierte Videokamera wird dabei nicht helfen können. Sie war im Augenblick des Unglücks nicht auf den Monitor der Rheinbahnkontrolle aufgeschaltet. Die kontrolliert die Bahnhöfe mit mehr als 300 Kameras und kann immer nur einen Teil der Geräte auf dem Monitor begutachten.
Bereits im Mai 2010 stürzte ein 25-jähriger Mann an der Haltestelle Tonhalle zwischen die Waggons eines U-Bahnzugs und wurde zwischen Zug und Bahnsteig eingeklemmt. Der Notarzt konnte damals nur noch den Tod des jungen Meerbuschers feststellen.
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