Medienaufsicht in Düsseldorf: 25 Jahre Landesanstalt für Medien
VON NICOLE LANGE - zuletzt aktualisiert: 16.06.2012 - 15:26Düsseldorf (RPO). Die Anstalt hat die Aufsicht über die privaten Radio- und Fernsehsender des Landes, betreibt Forschung zu Medienthemen und fördert die Medienkompetenz von Kindern und Erwachsenen. Seit 1999 hat sie ihren Sitz im Grand Bateau am Zollhof.
Das Grand Bateau am Zollhof muss sich hinter den anderen ungewöhnlichen Bauten der Nachbarschaft nicht verstecken. Vom französischen Architekten Claude Vasconi in Form eines Schiffs gestaltet, passt es hervorragend in die Umgebung des Medienhafens. Ebenso wie sein Hauptnutzer: Hier residiert die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), die 1999 von der bahnhofsnahen Willi-Becker-Allee hierher umzog. "Hier fühlen wir uns sehr wohl und sind zudem sehr nah an vielen unserer Kollegen“, sagt LfM-Direktor Jürgen Brautmeier. Am Montag feiert die LfM ihr 25-jähriges Jubiläum – dies allerdings in Köln.
Als Landesanstalt für Rundfunk NRW wurde die heutige LfM im Frühsommer 1987 gegründet – keine staatliche Einrichtung, sondern eine Anstalt des öffentlichen Rechts, die mit einem Teil der in NRW erhobenen Rundfunkgebühr finanziert wird. Sie überwacht, ob die privaten Radio- und Fernsehsender des Landes die vom Gesetz vorgeschriebenen Programmanforderungen einhalten. Zum Aufgabenfeld, das sich stetig wandelt, gehören auch Forschung zu Themen der Medienentwicklung und Förderung der Medienkompetenz.
Landesanstalt für Medien
Die LfM NRW verfügt über einen Jahresetat von rund 20 Millionen Euro. Diese kommen im wesentlichen aus Rundfunkgebühren, ein kleinerer Teil sind sonstige Erträge wie etwa Gebühren für Verwaltungsvorgänge. Die LfM vergibt mehrere Auszeichnungen, darunter seit 1992 ein eigener Hörfunkpreis. Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen in Programmen des NRW-Privatfunks. Der LfM-Hörfunkpreis ist mit 2500 Euro dotiert.
"Das Spannende ist, dass sich die Aufgaben immer wieder verändern“, sagt LfM-Direktor Jürgen Brautmeier. "In unserem Bereich ist so viel Dynamik drin, und man muss erkennen: Was ist wesentlich, und was ist nur ein Hype?“ Entsprechend flexibel seien auch die 63 Mitarbeiter der LfM, deren Aufgabengebiete sich immer wieder wandelten. "Aber wir haben den Eindruck, dass das allen gut gefällt.“ Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe Digitalisierung befasst sich etwa mit der Frage, was die Einführung des neuen Mobilfunkstandards LTE gebracht hat. Immer stärker wird es auch zur Aufgabe der LfM, die Menschen beim Umgang mit dem Internet zu unterstützen: "Wir sehen uns die Fallstricke bei Amazon, Google und anderen an“, sagt Brautmeier. "Und wir schauen auf die Tariflandschaft beim Mobilfunk und die Frage, ob es sich lohnt, für ein kostenloses Smartphone einen teuren Vertrag abzuschließen. Das sind Dinge, die vor einigen Jahren noch kein Thema waren.“
Besonders engagiert ist die LfM überdies im Bereich der Medienkompetenz. Zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Schulministerium und anderen Partnern entwickelt sie den Medienpass NRW, der Kindern helfen soll, mit Medien umzugehen. "Zum nächsten Schuljahr können sich dafür alle Grundschulen des Landes anmelden“, erläutert Brautmeier. Während es bei diesen jüngeren Kindern um einfache Fertigkeiten wie etwa den Umgang mit einer Computermaus gehe, könnten die älteren Schüler beispielsweise Recherche im Netz lernen oder technische Kompetenz erwerben. Neben den Schülern kümmere man sich aber auch um die Förderung anderer Gruppen, etwa Senioren oder Migranten. "Viele unserer Broschüren liegen in verschiedenen Sprachen vor“, so Brautmeier. Als "unser erfolgreichstes Produkt“ bezeichnet der LfM-Direktor die Elternabende, die bis zu 800 Mal im Jahr für Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen veranstaltet werden. Die LfM stellt dafür das Material und einen Dozenten zur Verfügung, der eine Elterngruppe über ein gewünschtes Thema informiert. Da könne es um den Umgang mit Computerspielen gehen, oder auch um das Thema Mobbing im Internet. Insgesamt sehe sich die LfM als eine Art "Sachwalter der Allgemeinheit“, fasst Brautmeier zusammen.
Zum 25. Jubiläum betonte der LfM-Direktor die Bedeutung, die einer eigenständigen Landesmedienanstalt zukomme. Es gebe eine Debatte über die Frage, wie man die Aufsicht am besten strukturiere. Er sei aber gegen eine gemeinsame Ländermedienanstalt in Berlin, so Brautmeier – sondern für „starke Medienanstalten in den Ländern“, deren Arbeit auch schon in Berlin koordiniert wird. "Wir sind ein starker Interessenvertreter NRWs“, sagt der LfM-Direktor: "Und das Gebührengeld, das hier erhoben wird, sollte auch hier verplant werden.“







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