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Düsseldorf: 30 Millionen fürs Super-Aquarium

VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 08.09.2008

Düsseldorf (RPO). In dieser Woche reisen zwei Dezernenten aus dem Rathaus nach Portugal: Dort steht Europas größtes Aquarium. Sie suchen Anregungen für die Erweiterung des Aquazoos. Der verstorbene OB Erwin hatte in seinem Vermächtnis geschrieben: Das Aquarium soll internationale Ansprüche erfüllen.

Der Aquazoo muss saniert werden.  Foto: RP, W. Gabriel
Der Aquazoo muss saniert werden. Foto: RP, W. Gabriel

Düsseldorfs im Mai verstorbener Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) hat nie in kleinen Dimensionen gedacht. Im Frühjahr, wenige Wochen vor seinem Tod, war er mit Planungsdezernent Gregor Bonin nach Atlanta (USA) gereist. Dort steht das größte Aquarium der Welt. In 30 000 Kubikmeter-Becken schwimmen bis zu fünf Meter große Haie, die Besucher erleben in gläsernen Tunnel-Röhren atemberaubende Unterwasser-Welten.

Ein zweites Atlanta, das sollte es sein. Frühere Zahlen von einer halben Million Besuchern pro Jahr werden am Nordpark nicht mehr erreicht. Deshalb gibt es schon seit Jahren Überlegungen, den Aquazoo zu modernisieren und zu erweitern. Der ist 21 Jahre alt und hat seine besten Zeiten hinter sich. Die Faszination der Welt unter Wasser wird mittlerweile anders präsentiert: Im 50 Kilometer entfernten Oberhausen schwimmt „Sea World“ auf einer Erfolgswelle.

Auch im portugiesischen Lissabon gibt es ein solches Vorbild. Deshalb steigen in dieser Woche wieder Verantwortliche aus dem Düsseldorfer Rathaus ins Flugzeug, um Anregungen für den neuen Aquazoo zu sammeln. Dieses Mal ist Kulturdezernent Hans-Georg Lohe an Bonins Seite. Beide wissen: Kleckern statt Klotzen ist angesagt. Was mal als Investition von zehn Millionen Euro begann, hat sich zu einem größeren Projekt entwickelt. Der neue OB Dirk Elbers (CDU) hat 30 Millionen Euro in den Haushalt für 2009 eingestellt. Und schon signalisiert, dass das nicht das letzte Wort sein muss. Ob er in Erwin’sche Dimensionen vorstoßen wird? Der Ex-OB hatte auch 60 Millionen Euro nicht ausgeschlossen.

Zehn Millionen reichen nicht aus

Die eigene CDU-Fraktion und wohl die FDP darf Elbers hinter sich wissen. Doch die SPD war schon aufgetaucht, als während des OB-Wahlkampfs die Summe 30 Millionen Euro publik wurde. Elbers sehe sich wohl in der Pflicht, seinem großen Vorbild Erwin in Sachen Steuer-Verschwendung nachzueifern, blaffte Baupolitiker Manfred Abels. Grundsätzlich hat jedoch auch die SPD nichts gegen Erweiterung.

Die Erwartungen sind hoch, auch deshalb, weil der Baubeginn immer wieder verschoben worden ist. Die Verantwortlichen im Rathaus mussten erkennen, dass sie mit zehn Millionen Euro nicht weit kommen würden. Ihnen fehlte offenkundig die Erfahrung, ein solches Projekt anzugehen. „Ein Groß-Aquarium ist nun mal keine Schule“, sagt Michael Fischer, Vorsitzender des Aquazoo-Fördervereins. Der technische Aufwand sei immens. So benötigten verschiedene Tierarten unterschiedliche Becken und Wasserqualitäten: Süßwasser werde beispielsweise anders aufbereitet als Salzwasser. Fischer lobt gleichwohl die „gestiegene Ernsthaftigkeit“, mit der die Stadt das Ausbauprojekt verfolge.

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