Quartier Central: 300 Wohnungen statt Büros
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010 - 07:58Düsseldorf (RPO). Im Quartier Central in Derendorf steht ein Wandel an: Auf zwei Baufeldern entstehen deutlich weniger Büroflächen und stattdessen mehr Wohnraum. In zwei Wohnhochhäusern mit je 17 Etagen gibt es allein 200 Wohnungen.
In Düsseldorfs kleinem Stückchen Frankreich in Derendorf entsteht ein neues Stadtviertel mit dem Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten. Die bisherige Planung: Auf dem insgesamt 360 000 Quadratmeter großen Areal des ehemaligen Derendorfer Güterbahnhofs sollten 1500 Wohnungen und knapp 160 000 Quadratmeter Büroflächen entstehen.
Doch Wohnraum ist in Düsseldorf knapp und die Vermarktung von Büros stockt. Deshalb hat bei den Projektentwicklern das Umdenken begonnen: Auf den bisher allein für Büroflächen vorgesehenen Baufeldern zwischen Wehrhahn und Franklinbrücke wird der neue Eigentümer, der Kölner Projektentwickler Pandion AG, 300 Wohnungen bauen.
Viel Service
Die Bauherren des Quartier Central setzen auf ein generationsübergreifendes Wohnkonzept. Wohnungsreinigung, Anmietung von Gästeappartements, Krabbelstuben, Seniorentreff, Hausaufgabenbetreuung, Pflegeangebote durch mobile Dienste: Jede Altersgruppe soll die ihr gemäßen Angebote vorfinden.
In zwei jeweils 55 Meter hohen Wohnhochhäusern gibt es auf 17 Geschossen jeweils 100 Wohnungen, außerdem sind weitere 100 Wohnungen in normalem Wohngeschossbau vorgesehen. Die andere Hälfte der insgesamt 11 500 Quadratmeter Grundstücksfläche ist für den Bürobau vorgesehen.
Blick auf die Innenstadt
Pandion hat im Quartier Central die zwei Baufelder mit einer Gesamtfläche von mehr als 11.500 Quadratmeter erworben. Die beiden Grundstücke liegen zwischen Toulouser Allee und Berty-Albrecht-Park. Baubeginn für die beiden Bauriegel ist 2011 beziehungsweise 2012.
Vorstand Reinhold Knodel ist begeistert: "Äußerst reizvoll erscheint uns die Möglichkeit, Wohnhochhäuser mit einmaligen Blickbeziehungen auf die Innenstadt von Düsseldorf zu entwickeln." An diesem neuen Standort will Pandion die Erfahrungen mit dem Wohnhochhaus Vista in Köln fortzuführen.
Die Bebauung der Gebäudeblöcke ist klar gegliedert: Die Büros sollen zur westlichen Seite zu den Gleisen hin entstehen. Alle Wohnungen hingegen sollen zum Berty-Albrecht-Park hin gebaut werden. Somit sollen die "privaten" Bereiche des Wohnens nicht vom Lärm der Toulouser Allee oder den Bahngleisen betroffen sein.
Die Erschließungsarbeiten im Quartier Central liegen jedenfalls voll im Plan. Zwischen Wehrhahn und Franklinbrücke sind alle technischen und logistischen Voraussetzungen für die Bebauung entlang der Toulouser Allee geschaffen. Im Oktober werden voraussichtlich die Baumpflanzungen im Maurice-Ravel-Park (nördlich der Franklinbrücke) beginnen; dieser Teil des Stadtgartens soll ab Herbst 2011 der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Auch die Anlage des Mittelstreifens der Toulouser Allee beginnt im Oktober. Hier werden neben 98 Platanen auch 134 000 Blumenzwiebeln gepflanzt.
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