Jazz Rally: 300.000 swingen in der Stadt
VON STEFAN KAUFMANN - zuletzt aktualisiert: 13.05.2008 - 08:14Düsseldorf (RPO). Von Donnerstagabend bis Sonntagnacht - die Jazz Rally dauerte so lange wie nie. Musikfans ließen sich das Festival nicht entgehen. Voll war das Zelt bei den Auftritten von Klaus Doldinger, Uwe Ochsenknecht und Jasmin Tabatabai. Aber auch kleinere Konzerte waren gut besucht.
Jazz-Fans sind treu. Trotz der sommerlichen Pfingsttage entsagten sie eisern Schwimmbecken, Grillpartys und Sonnenbädern, um stattdessen mit Klaus Doldinger & Passport, Tatort-Kommissar Miroslav Nemec oder der Gruppe Jazz Konfekt zu wippen, zu swingen, zu tanzen. Etwa 300000 Musikfreunde lockte die Jazz Rally in die Stadt. Und diese besuchten nicht nur die Konzerte unter freiem Himmel, sondern füllten auch kleinere, geschlossene Räume wie die Jazzschmiede in Bilk.
Das große Festzelt auf dem Burgplatz war sowieso jeden Abend proppenvoll. „Prominente Namen wie Uwe Ochsenknecht und Jasmin Tabatabai bringen eben auch Leute zur Rally, die sonst nicht so viel mit Jazz anfangen können“, sagt Schirmherr Doldinger. Er halte diesen Trick für legitim, betont aber im gleichen Atemzug: „Es ist genauso wichtig für dieses Festival, die alten Jazz-Traditionen am Leben zu erhalten.“
Die gibt’s für aufmerksame Ohren an vielen Ecke - in der Altstadt sind die Bühnen in Hörweite von einander entfernt. Trompetenklänge von den Kasematten, eine Big Band spielt am Rathaus, die Dixieland-Könige aus Belgien treten vor dem Block House an der Kurzen Straße auf und am Uerige bekommen Heide Tückmantel und ihr Mann Lothar nicht genug vom „Jolly Jazz Orchestra“.
Ein paar Meter entfernt bleibt Holger Sander stehen. „Die Rally ist klasse. Richtig schönen Altherren-Jazz, dafür kann ich mich begeistern“, sagt der Düsseldorfer, der wie viele andere seinen Rally-Button, der als Eintrittskarte gilt, um den Hals gehängt hat. Seine Frau mag es rockiger, kommt aber trotzdem gerne mit. Einziger Kritikpunkt: Der Sound in der Johanneskirche sei nichts für Musik aus Lautsprechern.
Klasse ist die Stimmung bei den Konzerten im Biergarten der Brauerei Schiffchen. Geschäftsführer Rolf Klostermeier hat gleich an zwei Tagen seine Hausband „Jazz Konfekt“ auf die Bühne geholt. Ihn ärgert nur, dass viele Besucher sich weigern, einen Rally-Button zu erwerben. „Dafür habe ich kein Verständnis“, sagt er. „Das ist ein Solidaritäts-Beitrag, ohne den es die Veranstaltung nicht geben würde.“ Hanns-Jürgen Derichs, der mit Klostermeier am Tisch sitzt, hat natürlich einen Button und von der ersten bis zur 16. Auflage alle Rallys erlebt. Für ihn vermittelt sie vor allem eines: Lebensfreude.
Zeit zum Genießen findet auch Werner Sesterhenn. Sein Fazit: „Für mich waren es perfekte Pfingsten.“ Freitag hat er sich das Konzert von Jasmin Tabatabai angehört, erzählt er. Und Samstag durfte er als Vorstandsmitglied Fortunas Heimsieg gegen Wolfsburg bejubeln. Am Sonntag sei er für die Rally-Konzerte im Landtag verantwortlich. Schnell schafft er aus allen Ecken noch ein paar Stühle in die Wandelhalle, denn der Andrang beim Auftritt des grandiosen „Wasserfuhr Quartet“ groß. Ein weiteres Konzert der Jazz Rally, das die Erwartungen übertrifft.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





