Keine Klimaanlagen in Rheinbahnzügen: 33 Grad in der Linie 704
VON ANDREAS PANKRATZ - zuletzt aktualisiert: 15.07.2010 - 08:39Düsseldorf (RPO). Die Fahrgäste der Rheinbahn leiden in diesen Tagen besonders stark an den hohen Temperaturen. Denn keine einzige Bahn und nur ein Drittel der Busse sind mit einer Klimaanlage ausgestattet. Für die Schienenfahrzeuge ist immer noch keine Lösung in Sicht.
Auf dem Weg zu seiner Facharztprüfung mit der Linie 704 kann Ulf Wessendorf immerhin sein Jackett auszuziehen. Trotzdem gerät der Prüfling schon vor der ersten Frage der Professoren ins Schwitzen. Kein Wunder, denn in der Straßenbahn sind es über 32 Grad. "Wie in einem Auto, bei dem die Klimaanlage ausgefallen ist", so der naheliegende Vergleich des angehenden Dermatologen. Genauso leiden in diesen Tagen fast alle Fahrgäste der Rheinbahn unter der Hitze.
Weder Stadtbahnen noch die meisten Busse des Düsseldorfer Verkehrsunternehmens sind mit Kühlungs- und Klimaanlagen ausgestattet. Und in einigen Straßenbahnen zeigte das Thermometer gestern bis zu 33 Grad. Manch ein Fahrgast bleibt bei diesen Bedingungen sogar freiwillig stehen, um das Gesicht möglichst nah an die geöffneten Fensterluken zu halten, und Tageszeitungen verwandeln sich in Fächer, die kaum Linderung bringen. "So heiß war es noch nie, aber da kann man wohl nichts machen", stöhnt eine ältere Kundin, die sich auch ein wenig um ihren Kreislauf sorgt. "Es ist schon grenzwertig", klagt Angelika Johansen, die von der Arbeit nach Hause fährt. "Klimatisiert wäre schon besser."
Probleme mit Siemens
Eine Lösung für die Kunden ist nicht in Sicht. "Gerade für Fahrgäste im hohen Alter würden wir gerne klimatisierte Busse anbieten", sagt Eckhard Lander. Doch selbst in den modernen "Silberpfeilen" müssen sie mit dem Fahrtwind vorlieb nehmen. Auch die Mitarbeiter schwitzen: "Besonders auf Fahrten über Land wird meine Kabine zur Sauna", sagt eine Fahrerin.
Den Verantwortlichen des Verkehrsbetriebs bleibt derzeit nichts anderes übrig, als daran zu erinnern, dass vor etwa zwei Jahren die Klimaanlage zum Streitthema mit dem Hersteller der Bahnen wurde. "Zunächst hatte Siemens zugesagt, die neuen Fahrzeuge mit Kühlungssystemen zu liefern, die Zusage dann aber kassiert", erklärt Lander. Eine Nachrüstung war weder unmittelbar nach der Auslieferung noch aktuell aus technischen und wirtschaftlichen Gründen möglich. "Wir beschäftigen uns aber nach wie vor mit dem Problem", beteuert der Rheinbahnsprecher. Sobald es technisch möglich ist, werde es auch in Düsseldorf klimatisierte Straßen- und Stadtbahnen geben. Bis dahin können sich nur die Fahrer der neueren Schienenfahrzeuge über kühle Kabinen freuen.
Dass es auch jetzt schon anders geht, beweisen die Kölner VerkehrsBetriebe: In der Domstadt fährt ein Großteil der Bombardier-Bahnen mit künstlicher Kühlung. Immerhin sind bei der Rheinbahn ein Drittel der Busse mit kühlen Innenräumen unterwegs. Die Pläne über eine Nachrüstung der älteren Modelle seien bereits wesentlich weiter als bei den Schienenfahrzeugen.
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