Düsseldorf: 33 Verletzte bei Feuer in Ergo-Neubau
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 06.11.2010 - 09:50Düsseldorf (RPO). In einem Lager im Keller brannten Lacke und Farben. Die Hitze beschädigte tragende Bauteile. Ob der Umzug der Versicherung trotzdem wie geplant über die Bühne gehen kann, ist nicht mehr sicher. Der Feuerwehreinsatz auf der Fischerstraße brachte zeitweise den Straßenverkehr zum Erliegen.
Die Führungskräfte der Feuerwehr hatten für gestern Morgen eine Übung für den Einsatzstab bei größeren Lagen angesetzt – und waren deshalb alle schon am Platz, als um 8.39 Uhr die ersten Passanten aus Pempelfort und dem Linksrheinischen eine Rauchsäule am Turm der Ergo-Versicherung meldeten. Sofort startete ein Großaufgebot der Rettungskräfte durch: Nicht nur der Turm, auch der Neubau gilt mit seinen jeweils sechs Ober- und sechs Untergeschossen als Hochhaus und macht deshalb besondere Einsatzpläne nötig.
21 Arbeiter im Krankenhaus
"Als wir eintrafen, war der gesamte hintere Gebäudeteil des Neubaus bereits völlig verqualmt", berichtete Feuerwehrsprecher Hans-Jochen Hermes. Aus allen Eingängen und der Einfahrt der neuen Tiefgarage quollen übelriechende Rauchwolken, die der starke Wind schnell zerriss. Die Anwohner waren deshalb nicht von Giftstoffen bedroht, wurden übers Radio informiert. Die Hauptsorge der Feuerwehr galt den Arbeitern, die für den Innenausbau im Gebäude waren. "Die Bauleiter hatten zwar ihre Mitarbeiter vor dem Gebäude versammelt, aber einige wurden noch vermisst." Mit schwerem Atemschutzgerät ausgestattet, durchsuchten Rettungstrupps jeden Winkel des durch den Rauch stockfinsteren Gebäudes.
Unterdessen meldeten sich etliche Arbeiter mit Atembeschwerden bei den Notärzten der Feuerwehr, die mit mobilen Testgeräten die Kohlenmonoxid-Belastung kontrollierten. Erst vier, dann elf, am Ende 21 Männer wurden mit zu hohen Werten in Krankenhäuser eingeliefert und dort bis zum Abend behandelt, zwölf wurden von den Sanitätern vor Ort versorgt. Die Rauchvergiftungen seien in keinem der Fälle lebensgefährlich gewesen, hieß es bei der Feuerwehr.
Der Brandherd selbst war unterdessen im ersten der sechs Untergeschosse entdeckt worden. Dort hatte einer der rund 20 Betriebe, die im Ergo-Neubau arbeiten, Farben und Lacke gelagert, die sich entzündet hatten. Das Feuer war schnell gelöscht, doch nachdem auch der Rauch mit Hochleistungslüftern aus dem Gebäude geblasen worden war, wurden gravierende Schäden sichtbar: Die Hitze hatte an einer Mauer und einer Säule den Beton gesprengt und die Eisenteile darin beschädigt. Die Feuerwehr baute vorsorglich Stützen ein. Jetzt müssen Statiker den Raum neu bemessen. Von ihrem Gutachten hängt auch ab, ob der Umzug der Versicherung wie geplant zum Jahresbeginn über die Bühne gehen kann.
"Erst einmal ist für uns wichtig, dass niemand ernsthaft verletzt wurde," sagte gestern Ergo-Sprecherin Monika Stobrawe. Über Zeitpläne und Schadenshöhen könne erst geredet werden, wenn genaue Zahlen vorlägen. Die Feuerwehr ging gestern in einer ersten Schätzung von einem Schaden im "hohen sechsstelligen Bereich" aus. Ihr Einsatz endete gegen 14.30 Uhr. Erst dann wurde die Fischerstraße, die seit dem Morgen gesperrt war, wieder vollständig freigegeben.
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