Zukunft des Events ungewiss: 400.000 Euro für DTM-Präsentation auf der Kö
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 29.08.2008Düsseldorf (RPO). Ob es im April 2009 wieder eine DTM-Präsentation auf der Kö geben wird, ist unsicher. Andere Städte haben ebenfalls Interesse, heißt es. Viele Events sind der Stadt teuer. Zuständig ist die Sportagentur. Deren Umzug in die Arena ist mehr denn je umstritten.
Kein Sportereignis ist in Düsseldorf so umstritten wie die DTM-Präsentation im April. DTM steht für Deutsche Tourenwagen-Masters - getunte Pkw, die auf breiten Reifen und mit vielen hundert PS ins Rennen gehen. Auf der Kö geht es zwar nicht um Platz 1, 2 oder 3, sondern nur um Show-Läufe. Trotzdem waren im April 2008 angeblich rund 200000 Menschen dabei. Heftig war aber auch der Protest vieler gegen diese Veranstaltung. Im April, so wünscht es sich die Stadt, soll es dennoch wieder mit kreischenden Reifen über die Kö gehen.
Aber die DTM-Dachorganisation ziert sich: „Andere Städte haben ebenfalls Interesse an dem Termin. Düsseldorf war toll, wir waren sehr zufrieden. Aber ob wir im April noch einmal kommen, ist offen. Wir verhandeln noch“, sagte gestern DTM-Sprecher Kay-Oliver Langendorff. Was er nicht zugeben mag: Es geht um Geld. Bisher hat die Stadt über ihre Sportagentur 400000Euro bezahlt. Da das Event nach Ansicht des Rathauses ein Erfolg war, will man es wieder haben: Fraglich, ob man noch was drauflegt.
Leisten könnte man es sich. Denn der Sportagentur stehen pro Jahr rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Keinesfalls nur zur Förderung des Breitensports, wie es oft heißt, sondern für den Einkauf solcher publikumswirksamen Events.
So gab man (unter anderem) zuletzt für den SkiWelt-Cup 500000 Euro, legte für das Indoor-Meeting der Leichtathleten 260000 Euro aus und sponserte neulich ein Volleyball-Turnier mit 900000 Euro. (Dies allerdings in Teilen aus Sonderzuschüssen des Bundes wegen der Olympia-Qualifikation, daher sind diese 900000 auch nicht im 2,5-Millionen-Etat enthalten, sagte gestern Stadt-Kämmerer Helmut Rattenhuber). Weiter gehen 350000 Euro an Vereine wie Fortuna, HSG, Giants, etc.
Die Verteilung des Geldes läuft über einen Wirtschaftsplan, den die Geschäftsführung der DMT (Düsseldorfer Marketing- und Tourismus GmbH) und die ihr angegliederte Sportagentur der Gesellschafterversammlung der DMT vorlegt. Dort hat die Stadt als Eigner die Mehrheit. Außerdem muss der Aufsichtsrat zustimmen.
Im Aufsichtsrat übrigens regt sich heftiger Widerstand gegen den Plan, die Sportagentur künftig in der Arena unterzubringen. Aufsichtsratmitglied Monika Lehmhaus, für die FDP im Rat, will erst aus der RP von diesen Plänen erfahren haben. Sportagentur und DMT zu trennen, sei unsinnig, meinte sie, das sähe man in anderen Parteien ähnlich. Sie will nun erreichen, dass eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung dazu anberaumt wird.
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