Rheinbahn setzt auf Nachhaltigkeit: 41 neue Busse für die Umwelt
VON BIRGIT KRANZUSCH - zuletzt aktualisiert: 12.04.2007 - 14:29Die hohe Feinstaubbelastung sorgt seit Jahren in Düsseldorf für dicke Luft und Diskussionen in der Politik. Die Stadt reagierte mit einem Luftreinhalteplan, der unter anderem Lkws aus der südlichen Innenstadt drängt, aber auch die Rheinbahn dazu zwingt, ihre Busse umweltfreundlicher auszurüsten. Die Rheinbahn hat reagiert und 41 neue Niederflur-Busse gekauft, die die Abgaswerte unterschreiten.
Von den 41 Bussen sind seit ein paar Wochen neun im Einsatz. Die anderen werden in den nächsten Wochen folgen. Die Busse sind mit der so genannten EEV-Technik (EEV = Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) ausgestattet. Mit dieser neuen Technik unterschreiten die Busse die vorgegeben Emissionswerte. So fordert die Politik aktuell die Einhaltung der Euro 4-Stufe, erst ab 2008 wird die Stufe Euro 5 verpflichtend. Doch die neuen Busse erfüllen schon jetzt diese europäische Abgasnorm. Abgasnorm Euro 5 bedeutet: Pro Kilowattstunde ist der Ausstoß von 2 Gramm Stickoxyden und 0,02 Gramm Feinstaubpartikeln erlaubt.
Die Mehrzahl der Rheinbahnbusse entspricht bisher nur der im Jahr 2000 verabschiedeten Abgasnorm Euro 3, die den Ausstoß von 5 Gramm Stickoxyden und 0,10 Gramm Feinstaubpartikeln gestattet. Als Neufahrzeuge will die Rheinbahn ab sofort nur noch Busse der Kategorie 5 anschaffen.
Die besondere Technik dieser Busse ist eine neue Motortechnik „Common-Rail-Technik“ mit Partikelfilter und einer Abgasrückführung in den Motor, mit der weniger Stickstoffoxide ausgestoßen werden. Außerdem sind sie mit einer Klimaanlage ausgestattet und haben eine Außenanzeige in LED Technik. Die Busse wurden von dem Hersteller Man nach Wünschen der Rheinbahn und der Vorgabe, die Euro Stufe 5 zu erfüllen, hergestellt. Neun Millionen Euro kosten die 41 neuen Busse.
Die neuen Fahrzeuge ersetzen Fahrzeuge, die zehn und mehr Jahre im Einsatz sind, und werden dort eingesetzt, „wo die Luft am dicksten ist“, sagt Rheinbahn-Vorstand Peter Ackermann. Das heißt, dass sie insbesondere in der südlichen Innenstadt, wo die Feinstaubbelastung am höchsten ist, wie zum Beispiel auf der Corneliusstraße, fahren werden.
Zum Ende des Jahres kommen weitere emissionsarme Busse dazu. Bis Februar 2008 will die Rheinbahn 37 neue Gelenkbusse kaufen und bis zum Sommer 2008 weitere 37 Solobusse. Mit den insgesamt 115 neuen Bussen kann dann die gesamte Innenstadt versorgt werden. „Für uns ist es wichtig, diese EEV-Busse zu bekommen, um den Luftreinhalteplan einzuhalten“, sagt Ackermann. Düsseldorf gehört neben Stuttgart zu den ersten Städten, in denen Busse eingesetzt werden, die unter den geforderten Abgasnormen liegen. Bis zum Jahr 2010 sollen alle 490 Busse der modernen Abgasnorm Euro 5 entsprechen.
Die Zukunft sieht die Rheinbahn aber auch in Brennstoffzellenbussen. Ein Bus, der mit Wasserstoff fährt, wird bereits im Testbetrieb in der Messe eingesetzt. „Viel Erfahrung haben wir mit dieser Technik noch nicht, aber es ist bekannt, dass Wasserstoff sich als Energieträger eignet, da er weitgehend emissionsfrei zu Wasserdampf verbrennt“, so Klaus Klar, Leiter der Abteilung Buswerkstatt.
Die neuen Busse wurden im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts der Rheinbahn vorgestellt. Seit 2005 ist das Unternehmen Mitglied im internationalen Dachverband der Nahverkehrsunternehmen (UITP). Die Unternehmen verpflichten sich, sicherzustellen, dass die drei Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung (Soziales, Ökologie und Ökonomie) in ihren Aktivitäten fest verankert sind. „Die dramatischen Erkenntnisse über die Veränderung des Weltklimas haben uns eindrücklich die Bedeutung dieses Themas vor Augen geführt“, sagt Rheinbahn-Vorstand Ackermann. „Nachhaltige Mobilität muss weiter das Ziel sein.“ Dazu gehören dem Unternehmen zufolge unter anderem saubere Technik, zeitgemäße Kundeninformation sowie der Abbau von Hindernissen für mobilitätseingeschränkte Menschen.
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