Museum feiert Geburtstag: 50 Jahre Goethe in Düsseldorf
zuletzt aktualisiert: 29.06.2006 - 14:09Düsseldorf (dto). Am Freitag brennen 50 Kerzen auf der Geburtstagstorte des Goethe-Museums. Am 30. Juni 1956 wurde das Literaturmuseum im wiederaufgebauten Hofgärtnerhaus (heute Theatermuseum) eröffnet. 1987 folgte der Umzug ins Schloss Jägerhof, in dessen Nachbarschaft - bei den Brüdern Jacobi - Goethe zweimal zu Gast war. Der Festakt am Freitag wird vom Start einer Ausstellung: "Die Idee Goethe - 50 Jahre Goethe-Museum Düsseldorf" begleitet.
Die Sammelleidenschaft des Verlegers Anton Kippenberg (1874-1950) bildete die Basis für das Museum. Kippenberg erwarb als 19-jähriger Buchhandelslehrling, der sich auf eine wissenschaftliche Arbeit vorbereitete, eine "Faust"-Übertragung von François Sabatier und legte damit den Grundstock für die bedeutendste Privatsammlung zu Goethes Leben und Werk. Nach seinem Tod gründeten die Töchter zusammen mit der Stadt Düsseldorf die Anton- und-Katharina-Kippenberg-Stiftung und schufen damit die Voraussetzung für das GoetheMuseum, das heute etwa 50.000 Exponate aufweist.
Die Jubiläumsausstellung zeigt in thematischen Gruppen Neuerwerbungen der letzten 50 Jahre, bildet also das kontinuierliche Wachstum ab. Die Wirkungsgeschichte des "Faust" zum Beispiel wird mit Liszts Vertonung des Engelchors, Radierungen von Salvatore Dali, der Typoskriptausgabe von Thomas Manns "Doktor Faustus" und mit einer Tastskulptur aus Ulmenholz illustriert.
Einzelerwerbungen werden in der Breite ihrer Materialität präsentiert, von "Faust"-Versen und einem Brief Goethes an Schiller über ein modelliertes Grabmonument für den Dichter Christian Fürchtegott Gellert und Medaillen zu Napoleons Fürstentag in Erfurt bis hin zu Büchern wie der von Matthäus Merian illustrierten Bibel. Größere Sammlungen, die in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls an das Goethe-Museum gingen, sind mit einzelnen Stücken vertreten, darunter die Sammlung des Goethe-Kenners Redslob, der Nachlass des Komponisten Johann Nepomuk Hummel, die Stiftung Helmut Jacobi und der Restnachlass des Landschaftsmalers Philipp Hackert.
Im begleitenden Katalog wird aus jedem Jahr jeweils eine herausragende Ergänzung der Sammlung abgebildet - von einem Brief Wilhelm Heinses, der wesentliche Zeiten seiner Schriftstellerexistenz in Düsseldorf verbracht hat, bis zu einem Manuskriptfragment aus den Vorarbeiten Schillers zum "Wilhelm Tell". Zu diesen optischen "Jahresringen" kommt ein Textteil, der die Geschichte der Sammlung in grundlegenden Beschreibungen festhält.
Das Goethe-Museum will sein Jubiläum jedoch nicht als bloßen Rückblick begehen. Museumsdirektor Volkmar Hansen: "Goethes Idee der Humanität gilt es in die Zukunft zu tragen, und dies heißt konkret als nächste Aufgabe, sie einzubetten in die Identität eines kulturellen Europa, die im Begriff ist, sich zu bilden."
- Anschrift: Jacobistraße 2, 40211 Düsseldorf; Telefon: 0211/89-96262
- Öffnungszeiten: Di. bis So. 11-17 Uhr; Samstags 13-17 Uhr.
- Eintrittspreise: Erwachsene 2 €; Schüler/Studenten und Gruppen ab 10 Personen 1 €.
- Führungen: Kostenlose Führungen können auch in englischer und französischer Sprache gehalten werden; Terminvereinbarung unter 0211/89-92393.
- Ständige Ausstellung: Dokumente, Mauskripte, Briefe und Objekte über Goethes Leben und Werk.
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