Umbau: 57 Millionen: Paketpost wird immer teurer
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 25.05.2007 - 08:37Düsseldorf (RPO). Der Umbau der alten Paketpost am Hauptbahnhof läuft kostenmäßig völlig aus dem Ruder. Wie berichtet, war ursprünglich beschlossen worden, das marode Gebäude für rund 29 Millionen umzubauen. Werkstätten und die Probebühne fürs Schauspielhaus sollten dort untergebracht werden, außerdem Räume für den Ordnungsdienst der Stadt und das Stadtarchiv. Nach und nach wurde jedoch klar: Der Umbau ist für diese Summe nicht zu haben, nach und nach stieg die Summe an, jeweils um einige Millionen.
Gestern im nichtöffentlichen Teil des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften dann der Schock für alle Politiker: Der Umbau wird 57 Millionen Euro kosten, schätzen die Fachleute.
Nun beginnt die Suche nach den Verantwortlichen für diese Riesenpanne, SPD und Grüne haben Stadtkämmerer Helmut Rattenhuber im Visier. Fest steht, in der Verwaltung sind offenbar die falschen Verträge geschlossen worden. Wirklich durchblicken tut aber offenbar niemand, denn zumindest in der Politik weiß keiner, wer diese Verträge geschlossen hat.
Explosion: 57 Millionen Euro
Das Konstrukt Paketpost: Die Immobilie wurde von einem privaten Unternehmen gekauft, der Umbau in Angriff genommen. Mit der Firma hatte man vorab einen Leasingvertrag geschlossen, über den die Kosten des Kaufs und Umbaus nach und nach abgetragen worden wären. Nach 30 Jahren wäre alles dann in das Eigentum der Stadt übergegangen. Die jährliche Leasingrate nach ursprünglicher Planung: 2,41 Millionen. Will man nun die gestiegenen Kosten per Leasingrate abdecken, wird man erheblich mehr zahlen müssen.
Für die Stadt ist die Kostenexplosion bei der Paketpost nur einer von mindestens drei Fällen, in denen die Kalkulation nicht stimmte: Der Bau der Mehrzweckhalle in Reisholz und auch die Sanierung der Oper wurden ebenfalls erheblich teurer als erwartet.
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