Schiffsfund in Kaiserswerth: 600.000 Euro für Restaurierung
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 23.06.2010 - 08:15Düsseldorf (RPO). Düsseldorfs Kulturpolitiker müssen sich morgen mit den Restaurierungs-Kosten für das historische Plattbodenschiff beschäftigen, das im vergangenen Jahr bei Deichbauarbeiten in Kaiserswerth freigelegt worden war.
Experten schätzen, dass rund 600.000 Euro dafür aufgewendet werden müssen. Es sei nicht auszuschließen, dass der Betrag noch höher sei, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung für die nicht-öffentliche Sitzung des Kulturausschusses.
Nach RP-Informationen stößt die Restaurierung bei einigen Ratsfraktionen auf Widerstand. Ihnen erscheinen die Kosten als sehr hoch – zumal die Frage noch nicht geklärt ist, wo das Schiff ausgestellt werden soll. Es gibt Stimmen, wonach der rund 17,5 Meter lange Sensationsfund aus dem 17. Jahrhundert in Norddeutschland besser aufgehoben sei. Düsseldorf sei schließlich keine Stadt mit großer Schifffahrts-Tradition.
In der Kulturverwaltung heißt es, das Schiff könne im KiT (Kunst im Tunnel) am Rheinufer gezeigt werden. Kaiserswerther Kulturvereine dagegen suchen einen geeigneten Ort im Stadtteil. Und frohlocken bereits, dass bei der anstehenden Sanierung des Deichs an der Burgallee noch weitere historische Funde freigelegt werden könnten.
Das Plattbodenschiff wird seit seiner Bergung im vergangenen Jahr in den Werkstätten von Schloss Gottdorf, in dem auch das Schleswig-Holsteinische Landesmuseen untergebracht ist, restauriert.
Stadt muss das Schiff erhalten
Kulturverwaltung und Denkmalbehörde machen Druck: Die Stadt habe keine Wahl, müsse das Schiff erhalten und sämtliche Kosten dafür übernehmen. Andernfalls werde es in die Denkmalliste aufgenommen, und dann könne die ganze Angelegenheit noch teurer werden.
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