Rath: A 52: Schilder-Streit um den Dome
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 17.10.2009 - 10:11Düsseldorf (RPO). Wer zu Düsseldorfs spektakulärer Event-Halle in Rath will und sich nicht gut auskennt, hat Probleme bei der Anreise. Denn die zuständigen Landesbehörden wollen keine Dome-Hinweise auf Autobahnschildern. Die Stadt und die Konzertveranstalter ärgert das. Viele Gäste verfahren sich.
Düsseldorf und die zur Landeshauptstadt weisenden Autobahnschilder: Eine lange Geschichte voller Ärgernisse. Der neueste Coup der zuständigen Landesbehörden: Hinweise auf den ISS Dome in Rath dürfen nicht auf Autobahnschilder der A 52. Was zur Folge hat, dass sich vor allem Auswärtige immer wieder verfahren, wenn sie zur spektakulären Event-Halle in Rath wollen. Der Dome wirbt auf seiner Internet-Seite zurecht damit, dass er nahe an der Autobahn 52 liegt: Nur ein paar hundert Meter entfernt von der Schnellstraße steht die Schüssel aus blinkendem Metall. Aber dahin zu kommen, ist für Ortsfremde nicht leicht. Denn die Beschilderung auf der Autobahn ist mangelhaft.
Wo stehen Schilder?
Auf Düsseldorfer Stadtgebiet ist der Dome bereits am Mörsenbroicher Ei ausgeschildert, und zwar gleich mehrfach. Klare Ansage: Wer dort die DEG oder, wie zuletzt, Elton John sehen will, muss auf die A 52 fahren.
Wo sind die nächsten Schilder?
Kurz hinter der Kreuzung Vogelsanger Weg steht noch ein Schild, das darauf hinweist, dass man die Ausfahrt Nr. 21 nehmen muss (D-Rath), um zum Dome zu kommen.
Warum steht es da?
Weil das noch "Hoheitsgebiet" der Stadt Düsseldorf ist – ein Trick des Rathauses, noch einen Hinweis anzubringen, wie es dort heißt. Kurz danach beginnt nämlich die eigentliche Autobahn, und damit ist eine Landesbehörde zuständig.
Wer ist das?
StraßenNRW nennt sich diese Behörde. Sie verwaltet die Autobahnen und deren Beschilderung.
Kommen weitere Hinweise auf den Dome?
Nein. Erst in der Abfahrt Richtung Rath steht rechts nochmals ein kleines, weißes Hinweisschild. Doch das kann nur derjenige sehen, der die richtige Ausfahrt bereits genommen hat. Als Orientierung für die anderen ist es nutzlos.
Warum gibt es keine Hinweise auf den großen, blauen Autobahnschildern – wie z.B. die Hinweise auf den Flughafen?
StraßenNRW sagt, man wolle das nicht. Würde man dem Dome gestatten, auf die großen Hinweisschilder zu kommen, gäbe es eine Menge anderer, die das ebenfalls wollten. Es seien aber nur gleichzeitig fünf Ziel-Hinweise auf Autobahnschildern erlaubt. Würde der Hinweis "Dome" diese Obergrenze sprengen?
Nein. Auf den Schildern vor der Abfahrt Rath steht nur "D-Rath". Kann die Stadt Einfluss nehmen?
Nur bedingt. Bei den städtischen Behörden ist man über diese Regelung ebenfalls unzufrieden, verweist aber – unter der Hand – auf die wenig kooperativen Beamten der Landesbehörden. Die würden oft auch die besonderen Gegebenheiten vor Ort nicht kennen, heißt es. Offenbar ist die Stimmung zwischen den hiesigen Beamten und denen der Landesbehörde wegen Problemen dieser Art angespannt. Außerdem ist man im Rathaus der Ansicht, dass eine erfolgreiche Halle wie der Dome es durchaus rechtfertigt, ihn auf Autobahnschildern zu berücksichtigen. Schließlich lockt er zigtausend Menschen an – wie z.B. demnächst bei den Tote-Hosen-Auftritten im Dezember, die schon jetzt ausverkauft sind.
Gäbe es Spielraum für Ausnahmen?
Ja. Die Vorschriften für die Autobahnen haben noch Kulanz und lassen Variationen zu. Es gibt andere Beispiele, wo z.B. auf große Stadien (Arena auf Schalke) hingewiesen wird.
Hat nur der Dome solche Probleme?
Nein. Die Düsseldorfer Messe hat ebenfalls versucht, auf Autobahnschilder zu kommen – vergeblich. Es wurde abgelehnt.
Hat sich die Parkplatzsituation am Dome verändert?
Ja. Nach anfänglichen Problemen stehen nun über 3000 Plätze zur Verfügung. Auch die Verkehrsführung auf der Theodorstraße ist durch den Einsatz von Polizei und Verkehrskadetten zügiger geworden.
Es gab einen Rückstau bis auf die A 52 Richtung Essen – warum?
Die Fahrzeuge stoßen nach der Ausfahrt auf die Ampel an der Ecke Theodorstraße. Dort laufe zwar ein spezielles Zufluss-Programm, sagte gestern Roland Hahn vom Amt für Verkehrsmanagement, aber der Andrang der Wagen könnte dennoch zu groß sein. Nun will man die Ampelschaltung nochmals überprüfen, hieß es.
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