Investor abgesprungen: Aaper Wald: Kein Käufer mehr da
VON HANS ONKELBACH UND UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 14.02.2011 - 07:34Düsseldorf (RPO). Der Protest gegen den Verkauf wird immer größer: Mehr als 12.000 Menschen haben für ein Bürgerbegehren unterschrieben. Nun sollen der Ex-Finanzminister und andere Abgeordnete bei der Regierung Druck machen. Der potenzielle Investor ist abgesprungen.
Ein potenzieller Investor für das frühere Bundeswehrgelände im Aaper Wald ist offenbar abgesprungen. Das wurde am Wochenende aus dem Umfeld des Bundesfinanzministeriums bekannt. Der Bund ist Eigentümer des Geländes – und nun hat er keinen Käufer mehr, heißt es. Angeblich soll das Bekenntnis der Stadt Düsseldorf, das Gelände notfalls selbst zu kaufen, den Ausschlag gegeben haben. Diese Option will die Stadt ziehen, wenn es nicht sicher ist, dass das Gebiet auch unter einem privaten Eigner offen für Erholungssuchende bleibt. Wer dieser mögliche Käufer war, ist nicht bekannt geworden.
Gestern trafen sich im Aaper Wald erneut Läufer und Spaziergänger zum Protest gegen eine mögliche Absperrung. Sie verbreiten eine klare Botschaft: Läufer aller Altersklassen, ausgestattet mit GPS-Gerät am Handgelenk, halten selbst gebaute Pappschildchen an kleinen Holzstöckchen hoch. "Ist das Gelände nicht mehr frei, ist's mit der Lauferei hier vorbei", steht drauf. Doch die Verantwortlichen in Stadtverwaltung und Politik sollten sich nicht täuschen lassen von derlei charmantem Protest am Sonntagmorgen. "Wir meinen es bitterernst", sagt Wolfgang Gruß, Sprecher der Bürgerinitiative Aaaper Wald. Sollte die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten das 202 Hektar große Areal in dem Bieterverfahren an einen privaten Investor verkaufen und das Gebiet für die Öffentlichkeit sperren lassen, "werde man das nicht hinnehmen", sagt Gruß. Es gebe auch noch andere Möglichkeiten als nur Unterschriften für ein Bürgerbegehren und sagt dann: "Stuttgart 21".
Das Gelände des Aaper Waldes diente seit 1937 der Wehrmacht und später der Bundeswehr als Truppenübungsplatz. 2009 verließen die Soldaten das Areal. Eigentümer ist die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten. Das Gebiet hat eine Größe von 202 Hektar; es besteht aus Grünland, Ackerflächen und Forstbereichen.
"Warum 12,6 Millionen Euro?"
So weit ist es noch nicht. Mehr als 12 000 Unterschriften hat man für das Bürgerbegehren, 14 000 sind dafür nötig. Doch jetzt soll erst einmal in der Berliner Regierungskoalition Druck gemacht werden. Der Ex-Ministerpräsident und ehemalige Bundesfinanzminster Peer Steinbrück ist von der Bürgerinitiative gebeten worden, in der Hauptstadt aktiv zu werden. Immerhin hat Steinbrück seinen Wahlkreis nebenan in Mettmann und auch viele aus dem Umland genießen das Erholungsareal an der Düsseldorfer Rennbahn, sagt Gruß. Auch der Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek wurde gebeten, in Berlin tätig zu werden. Der Auftrag an die beiden Politiker: Sie sollen in einer Kleinen Anfrage im Bundestag dafür sorgen, dass das Finanzminsterium das Gutachten zum Aaper Wald freigibt. Das ist noch unter Verschluss und in dem ist aufgeführt, warum der Preis für das Areal bei derzeit 12,6 Millionen Euro taxiert wird – obwohl der Verkehrswert bei nur 3,5 Millionen Euro liegt.
Ziel der Bürgerinitative ist es, dass die Stadt das Gelände kauft. Der Verkauf an einen privaten Eigner will man unter allen Umständen verhindern. Den Maßnahmen der Stadt, mit Hilfe einer so genannten Veränderungssperre auch nach dem Kauf eines privaten Eigners den Zugang für die Öffentlichkeit weiter offen zu halten, traut man nicht. "Es geht nicht nur um die Wege, auf denen Jogger und Spaziergänger laufen dürfen", sagt Irmhild Bautes. Die Gerresheimerin läuft seit neun Jahren regelmäßig im Aaper Wald und will die "grüne Lunge" der Stadt "für alle und überall offen halten". Für die Kinder, die im Winter dort an den Hängen rodeln ebenso wie für Reiter, die dort hoch zu Ross unterwegs sind.
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