Das Rennen um die besten Plätze: Ab morgen ist OB-Wahlkampf
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 20.07.2008 - 12:04Düsseldorf (RPO). Eigentlich dürfen die Wahlkampfteams erst ab 0 Uhr offiziell im Stadtgebiet plakatieren. Aber schon am Samstag hat das Rennen um die besten Plätze begonnen. SPD-Kandidatin Karin Kortmann will ihren Bekanntheitsgrad steigern. Dabei sollen die vielen Plakate helfen, die schon jetzt in der Stadt verteilt sind.
Am Montag beginnt die heiße Phase im Kampf um die Spitzenposition im Rathaus: Fünf Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl am 31. August dürfen die Parteien und Einzelbewerber im Stadtgebiet plakatieren. Allein 100 überdimensionale Werbetafeln mit dem Konterfei ihres Kandidaten Dirk Elbers will die CDU strategisch gut platzieren. Bis zu 500 kleinere Ständer kommen hinzu, sagte Gerd Ozimek, Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes, am Freitag. Die CDU kann aus einem Topf von 120.000 Euro schöpfen, den sie für diesen Wahlkampf zur Verfügung stellt.
In welchem Rahmen die SPD gegen den favorisierten Elbers dagegenhält, will seine Kontrahentin Karin Kortmann heute bekanntgeben. Nach ihrem zweiwöchigen Kanaren-Urlaub stellt sie mit ihrem Team die Schwerpunkte ihrer Kampagne vor. Klar ist, dass sie heute auch öffentlich auftreten wird. Bei den Eine-Welt-Tagen im Ulenberg-Park ist sie dabei, und SPD-Vize Andreas Rimkus vermutet, dass sie mit ihrer Familie auch über die Kirmes bummeln wird.
CDU-Politiker hatten Kortmann vorgeworfen, dass sie während des wichtigsten Schützen- und Volksfests der Stadt im Ausland gewesen ist. „Die Schützen dürfen ein sichtbares Zeichen und klares Bekenntnis zu ihrem Engagement für die Menschen in Düsseldorf erwarten”, legte Unionsvize Peter Preuß gestern noch einmal nach.
Ein Zeichen hatten die Schützen ihrerseits bereits gesetzt: Der Chef der St. Sebastianus-Schützen, Lothar Inden, ließ sich am Mittwochabend in seliger Festzeltlaune zu der Äußerung hinreißen, dass sich die Brauchtumshüter auf den 31. August und darauf freuen, Elbers im nächsten Jahr wiederzusehen. Zweifel an der Neutralität kamen nicht nur bei SPD-Anhängern auf. Rimkus hofft, dass Elbers seine Strategie beibehält, Kortmann auf persönlicher und privater Ebene anzugreifen: „Damit treibt er uns die Wähler in die Arme.”
Beide Parteien setzen für ihre Kampagnen auf externe Hilfe. Die CDU vertraut auf die Düsseldorfer Agentur Eggert Group. Der Slogan. „Dirk Elbers. Für Düsseldorf.” Die Bonner Agentur Kreativ-Konzept hat für die SPD getextet: „Karin Kortmann kommt!” Was auffällt: Auf den Plakaten sind die Logos von SPD und Grünen zu sehen.
Die Umweltpartei hat auf eine eigene Kandidatin verzichtet und unterstützt die Bundestagsabgeordnete Kortmann. Anders als bei den beiden bisherigen OB-Wahlen gibt es keine Stichwahl mehr. Chancen, den seit 1999 von der CDU durch Joachim Erwin besetzten Posten zu übernehmen, hat Rot/Grün nur im Verbund. Verzichtet auf einen eigenen Bewerber hat auch die FDP. Allerdings sucht man das Liberalen-Logo auf den Elbers-Plakaten vergeblich.
Noch fehlen Wahlhelfer
Fünf Wochen vor dem Wahlsonntag am 31. August bereitet sich das städtische Wahlamt längst vor. Die Stimmzettel werden gedruckt, und spätestens Anfang August werden die Wahlbenachrichtigungen an die rund 455.000 Wahlberechtigten in Düsseldorf verschickt.
Nur Helfer für die Wahlbüros fehlen Amtsleiter Manfred Golschinski noch. Aber für 40 Euro Verpflegungspauschale haben sich bisher noch immer genügend Freiwillige gefunden.
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