157 Erzieherinnen erhalten einen Vertrag: Ab sofort unbefristet angestellt
VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 30.05.2009 - 10:47Düsseldorf (RPO). Im Zuge der Kita-Streiks setzt die Stadt Düsseldorf ein klares Signal. Bis zum 1. Juli erhalten insgesamt
157 Erzieherinnen einen unbefristeten Vertrag. OB Elbers betont: „Wir bauen die Kinderbetreuung weiter aus.“
Seit vier Jahren arbeitet Melanie Huppertz als Erzieherin in einer Kita in Kaiserswerth. Eine Festanstellung hatte die 29-Jährige bislang noch nicht in der Tasche. „Ich hangelte mich von Vertrag zu Vertrag“, sagt Huppertz. Angst um ihren Arbeitsplatz muss die Erzieherin jetzt nicht mehr haben - sie ist eine von insgesamt 157 Erzieherinnen, die von der Stadt Düsseldorf eine unbefristete Stelle bekommt.
Mit drei Kolleginnen war Huppertz gestern ins Rathaus eingeladen, um von Oberbürgermeister Dirk Elbers ihren neuen Vertrag persönlich in Empfang zu nehmen. Im Zuge der Kita-Streiks, von denen bisher an sechs Streiktagen rund ein Drittel der 106 städtischen Einrichtungen betroffen war, setzt die Stadt damit ein klares Signal. „Ich habe großes Verständnis für die Situation der Erzieherinnen“, betonte der Oberbürgermeister. „Düsseldorf versteht sich als familienfreundliche Stadt, und wir bauen die Kinderbetreuung weiter aus.“ Gerade deshalb sei es wichtig, dass Kinder ordentlich betreut würden und Erzieherinnen optimale Arbeitsbedingungen hätten.
Zur Verbesserung dieser Arbeitsbedingungen hatte Elbers bereits im März dieses Jahres angekündigt, bisher befristete Arbeitsverträge in unbefristete umzuwandeln. Demnach werden zum 1. Juni 100 Kita-Mitarbeiterinnen ihren neuen Arbeitsvertrag erhalten, im Folgemonat, zum 1.Juli 2009, gibt es die Festanstellung für weitere 57Erzieherinnen.
Damit seien mehr als die Hälfte der bisher 300 befristeten Arbeitsverhältnisse künftig unbefristet, betonte Sozialdezernent Burkhard Hintzsche. Insgesamt sind mehr als 1200 Erzieherinnen in Düsseldorf an den städtischen Kitas beschäftigt. Als Grund für die vielen befristeten Stellen führt die Stadt zum einen die hohen Ausfallzeiten wegen Mutterschaft und Elternzeit an, zum anderen viele Neubeschäftigungen, die anfangs generell befristet aufgenommen werden.
Von der neuen Maßnahme sollen Erzieherinnen und Kitas gleichermaßen profitieren. „Die Angst um den Arbeitsplatz fällt weg, und die Einrichtungen haben mehr Planungssicherheit in Bezug auf Personal“, fasste Elbers zusammen. Zudem sollen im August 52 neue Stellen geschaffen werden. Die Arbeit in den Kitas der Stadt schätzt Hintzsche trotz der laufenden Streiks als attraktiv ein: „Im Vergleich zu anderen Städten bieten wir diverse Qualifikationsmaßnahmen und beschäftigen 40 Springerkräfte, die bei Notfällen, beispielsweise bei Krankheit von Erzieherinnen, einspringen können.“
Durch den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung soll der jährliche Stadtetat von 50 Millionen Euro um drei Millionen aufgestockt werden. Auch wenn Düsseldorf künftig finanziell nicht mehr so gut aufgestellt sei, beteuerte Elbers mit Nachdruck: „Im sozialen Bereich und bei unseren Kinder werden wir zu allerletzt den Rotstift ansetzen.“
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