Trauermesse in Herz Jesu: Abschied von Ehren-OB Kürten
VON DENISA RICHTERS (TEXT) UND THOMAS BUSSKAMP (FOTOS) - zuletzt aktualisiert: 31.12.2010 - 13:20Düsseldorf (RPO). Nach dem Tod Josef Kürtens (82) am ersten Weihnachtsfeiertag kamen gestern Hunderte Freunde und Weggefährten des früheren Stadtoberhaupts zur Trauermesse in die Kirche Herz Jesu und zu der anschließenden Beerdigung auf den Urdenbacher Friedhof.
Es war ein beeindruckendes Bild, das sich den Urdenbachern gestern Vormittag bot. Mehr als 500 Trauernde strömten in die Herz-Jesu-Kirche, um von einem der bekanntesten und in seinem Stadtteil bis zuletzt stark verwurzelten Mann Abschied zu nehmen: Josef Kürten, vielfach ausgezeichneter Ehren-Oberbürgermeister Düsseldorfs, der am ersten Weihnachtsfeiertag im Alter von 82 Jahren verstorben war.
Oberbürgermeister Dirk Elbers hatte seinen Urlaub auf Sylt unterbrochen (über Hamburg kehrte er gestern zurück), Bürgermeister Friedrich G. Conzen reiste aus seinem Ferienhaus in der Eifel an, die Spitzen der Schützen waren dabei. Allen voran mit Zylindern und weißen Krawatten die Ersten Grenadiere, deren Mitglied Kürten seit mehr als 40 Jahren gewesen war. Vor allem waren aber viele Bürger aus Urdenbach und Benrath gekommen.
Trauergemeinde
Unter den Trauernden: der frühere Jonges-Baas Gerd Welchering, Schützenkönig Christian Benning, RP-Herausgeber Gottfried Arnold, Rainer Pennekamp (Stadtwerke), die früheren Bürgermeister Hans Funk und Heinz Hardt, Stadtsparkassenchef Peter Fröhlich, Ratsleute von CDU und SPD, Peter Sökefeld (Karnevalsfreunde Katholische Jugend).
Die Gänge säumten Kränze des St. Sebastianus Schützenvereins Düsseldorf 1316, der Düsseldorfer Jonges, der CDU, der SPD-Ratsfraktion, der Messe Düsseldorf, der Stiftung Schloss Benrath und vielen mehr. Der Sarg war mit einem prächtigen Bouquet aus dunklen Rosen geschmückt, davor lag ein Kranz seiner Witwe mit "In Liebe Maria" als letztem Gruß. Pfarrer Karl-Heinz Sülzenfuß, der gemeinsam mit Stadtdechant Rolf Steinhäuser die Trauermesse hielt, fand vor allem für sie, ihre fünf Kinder und die Enkel offene, aber hoffnungsvolle Worte. Der Kirchenchor hatte kurz zuvor "Ein Danklied sei dem Herrn für alle seine Gnade" angestimmt. Kürten habe dieses Lied geliebt, so Sülzenfuß. "Es ist auch ein Danklied an Sie, Frau Kürten." Sie war fast 60 Jahre lang der wichtigste Mensch an Kürtens Seite. Die letzten Jahre seien jedoch schwer für die Familie gewesen, weil Kürten sich immer mehr in sich selbst zurückgezogen habe (er litt an Altersdemenz), so der Geistliche. "Es war ein Abschied auf Raten" und habe gezeigt, "wie zerbrechlich wir sind". "So war der Tod eine Erlösung, sein Leiden war zu Ende, Ihr Leiden auch." Gott komme jedoch in "unsere Zerbrechlichkeit und stärkt uns". Das sei Josef Kürten sehr wichtig gewesen.
Mehr als eine Stunde lang kondolierten die Trauernden vor Kürtens Ehrengrab in der Begräbnisstätte der Familie auf dem Urdenbacher Friedhof.
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