Schauspieler starb mit 79 Jahren: Abschied von Herbert Bötticher
VON REGINA GOLDLÜCKE - zuletzt aktualisiert: 21.10.2008 - 08:28Düsseldorf (RPO). Kollegen und Freunde begleiteten den Schauspieler auf seinem letzten Weg. Seine Witwe Doris Gallart hatte mit bewundernswerter Stärke die anrührende Feier organisiert.
Am Eingang zum Theater an der Kö erinnert ein großes Foto an Herbert Bötticher. Darunter liegt ein Herz aus Rosen von seiner Frau: „Mein Herbertleben – und ich hoffte, wir hätten noch ein bisschen Zeit, Dein Dorisleben.“ Mit bewundernswerter Stärke hatte die Witwe des Schauspielers, der in der Nacht zum 8. Oktober einem Herzinfarkt erlag, die Abschiedsfeier in der Johanneskirche vorbereitet. Sie begrüßte fast alle Gäste, darunter Kollegen wie Thomas Fritsch, Claus Wilcke, Bernd Herzsprung, und lotste sogar das Schauspieler-Paar Hanna Seiffert und Dieter Prochnow von der Hinterbank: „Kommt, ihr gehört doch nach vorn.“
„Doris war sein Doppelherz“
Mit dem Bachchoral „Jesu meine Freude“ begann der Gottesdienst, den der Münchener Pfarrer Maximilian Thomas hielt, enger Freund Böttichers. Slava Kantcheff trug ein Gedicht des Gitarristen Peter Horton vor. In „Adieu Herbert“ heißt es: „Wer dich kennt, weiß um die Gunst: Selbst im Abschied bist du Kunst.“ Horton spielte anschließend. Einen ähnlichen Gedanken griff René Heinersdorff in seiner unsentimentalen, daher besonders berührenden Rede auf: „Der gefürchtete Tod für die Angehörigen, der gewünschte für den Betroffenen.“ Er würdigte Bötticher als einen der letzten Dinosaurier: „Er nahm sich nicht viel, er nahm sich alles zu Herzen. Doris war sein Doppelherz.“
Nach Humperdincks „Abendsegen“ wurde der dunkelblaue, mit weißen Blumen geschmückte Sarg zu Puccinis „La Rondine“ aus der Kirche gerollt. Tief verbeugte sich die Witwe, bevor das Auto mit dem Toten davonfuhr. Erst da zuckte sie im Schmerz zusammen, gestützt von Böttichers Sohn Martin. Im Theater an der Kö sagte sie bei der anschließenden Zusammenkunft: „In diesen schwersten Tagen meines Lebens habe ich so viel Liebe und Hilfsbereitschaft erfahren. Ich danke euch im Namen von Herbert, der mich beschützt hat.“ Kommende Woche wird Doris Gallart dort wieder auf der Bühne stehen.
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