Viele neue Kunden: Abwrackprämie hilft Autohändlern
VON FELIX OHMES - zuletzt aktualisiert: 22.01.2009 - 07:57Düsseldorf (RPO). Ein Teil des Konjunktur-Pakets wirkt bereits: Die Abwrackprämie lockt viele Kunden in die Autohäuser. Die Käufer haben vor allem Interesse an günstigen Kleinwagen – daher können sich nicht alle Händler über rege Kundschaft freuen.
Die Abwrackprämie macht sich in der Landeshauptstadt positiv bemerkbar: "Seit vergangenem Freitag kommen so viele Kunden zu uns wie seit Jahren nicht mehr", erklärt Bert Esser, Geschäftsführer vom Autohaus P&A auf der Automeile am Höherweg. Einen solchen Zulauf habe er sich am Ende des vergangenen Jahres nicht vorstellen können.
Und auch Alexander Specht, Verkaufsleiter vom Skoda Centrum Düsseldorf am Höherweg, ist zufrieden: "Wir arbeiten in voller Besetzung und haben große Mühe, den Kundenansturm zu bewältigen." Mehr als 80 Prozent der Kunden kämen momentan wegen der Abwrackprämie.
Die Prämie in Höhe von 2500 Euro bekommt aber nur, wer einen Neu- oder Jahreswagen kauft, der mindestens die Abgasnorm Euro-4 erfüllt. Darüber hinaus überweist die Bundeskasse das Geld nur an diejenigen, die zugleich ein Auto verschrotten, das vor dem 14. Januar 2000 zugelassen wurde – also mindestens neun Jahre alt ist.
Daher profitieren nicht alle Autohäuser von der Umweltprämie. "Autohändler, die sich auf Marken im oberen Preissegment wie BMW, Mercedes oder Porsche spezialisiert haben, werden von der Abwrackprämie wahrscheinlich keinen Vorteil haben", erklärt Ernst-Robert Nouvertné, Präsident vom Verband des Kfz-Gewerbes NRW. Zum einen schlage der Preisvorteil für deren Kunden nicht so sehr ins Gewicht, und zum anderen besäßen diese in der Regel kein Auto, welches neun Jahre oder älter sei, erklärt Nouvertné.
In Düsseldorf sind rund 320 000 Fahrzeuge gemeldet. 126 359 von ihnen sind älter als neun Jahre – die neue Zielgruppe der Autohändler. Profitieren werden demnach die Händler, die kleine und günstige Fahrzeuge anbieten. Das kann auch der Präsident vom Kfz-Landesverband bestätigen: "Nach kleinen und günstigen Autos wird zur Zeit sehr viel gefragt."
So auch der Großteil der Kunden beim Autohaus P&A am Höherweg: "Ohne die Prämie wären wir niemals auf die Idee gekommen, ein neues Auto zu kaufen", sind sich Iris Goldhagen(48) und Christian Wrusch (43) einig. "Er ist zwar mittlerweile fast 20 Jahre alt, aber eigentlich hätte ich meinen geliebten Golf niemals hergegeben.
Die Abwrackprämie ist einfach das Argument schlechthin", fügt Iris Goldhagen hinzu. Und auch sie möchte jetzt einen günstigen Kleinwagen kaufen. Ob man einen Neuwagen für 7500 Euro anstatt für 10 000 Euro bekomme, mache einen großen Unterschied – ob für 40.000 Euro anstatt für 42 500 Euro sei eher unerheblich, meinen die beiden Düsseldorfer.
Und so freut sich auch Alexander Specht, Verkaufsleiter vom Skoda Centrum, über die staatliche Unterstützung: "Ich selbst kann den Leuten für so alte Autos oft einfach nicht mehr als ein- oder zweihundert Euro zahlen", meint er. Die Abwrackprämie mache die Investition in einen Neuwagen für diese Kunden wieder attraktiv. "Ohne die Prämie würden viele dieser Leute ihre alten Schätzchen bestimmt noch ein paar Jahre länger fahren", meint Alexander Specht. Denn allein in Düsseldorf sind 45 544 gemeldete Fahrzeuge älter als 15 Jahre.
Die Abwrackprämie stimmt viele Autohändler in der Landeshauptstadt vorerst zuversichtlich: "So könnte es meiner Meinung nach ruhig weitergehen", meint Bert Esser. Er biete in seinem Autohaus aber auch glücklicherweise die richtigen Fahrzeuge für diese Aktion an. Doch der Bund hat die Gesamtsumme auf 1,5 Milliarden Euro beschränkt.
Demnach kann der Staat den Kauf von 600.000 Neuwagen unterstützen – dann ist Schluss. Dennoch gebe die Abwrackprämie einen wichtigen Impuls, sagt Ernst-Robert Nouvertné vom Kfz-Landesverband: "Ich denke, dass das Thema Autokauf durch die Umweltprämie in den Köpfen der Menschen wieder eine Rolle spielt."
Und auch der Geschäftsführer vom Autohaus P&A blickt hoffnungsvoll in die Zukunft: "Ich bleibe vorsichtig optimistisch", sagt Bert Esser.
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