In Düsseldorfer Pflegeheim: Älteste NRW-Bürgerin stirbt mit 111 Jahren
zuletzt aktualisiert: 27.10.2010 - 17:21Mit 111 Jahren war sie die älteste Einwohnerin der Stadt und auch die älteste Bürgerin Nordrhein-Westfalens. Am Montag ist die aus der Ukraine stammende Zhenya Broytman gestorben. Das bestätigte das Georg-Glock-Haus, in das die alte Dame im Frühjahr 2009 eingezogen war, auf Anfrage unserer Redaktion.
Mit Zeichensprache und mit Hilfe eines Mitarbeiters in der Hausverwaltung hatte sich das Personal mit der gelernten Schneiderin aus der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkow verständigt. Denn Zhenya Broytman, die erst vor elf Jahren nach Deutschland übersiedelte, hat die Sprache nie gelernt.
Es war ihr ausgeprägter Familiensinn, der sie 1999 ohne zu zögern die Heimat verlassen ließ, in der sie immerhin 100 Jahre verbracht hatte. Damals hatte ihr Sohn beschlossen, mit Frau und Kindern nach Deutschland zu gehen. Es sei für alle selbstverständlich gewesen, dass auch die Mutter, die damals schon seit 13 Jahren Witwe war, den Schritt in die Fremde mitmachte, erzählte der Sohn bei ihrem 110. Geburtstag. "Ihr ganzes Leben war immer auf die Familie ausgerichtet, und das ist so geblieben." Erst lebte die Familie in Hilden, zog dann nach Eller, von wo Zhenya Broytman schließlich 2009 ins Lierenfelder Georg-Glock-Haus kam.
Dort waren es vor allem die Musiknachmittage, bei denen die Ukrainerin aufblühte. Schon immer hatte sie gern gesungen, für ihre Familie gehört der Gesang der Mutter, der stets ihre Arbeit als Näherin begleitete, zu untrennbar verbundenen Kindheitserinnerungen. Im August hatte sie sich noch sehr über das Ständchen gefreut, das man ihr zum 111. Geburtstag brachte. Am Montag ist Zhenya Broytman friedlich eingeschlafen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







