Düsseldorf: Ärger nach Arcaden-Eröffnung
VON CHRISTIAN HERRENDORF UND DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 25.09.2008 - 09:31Düsseldorf (RPO). Düsseldorfs Einzelhändler sind sauer über die Ansprache von Bürgermeister Friedrich Conzen, der zugleich ihr Verbandspräsident ist. Außerdem rückte die Feuerwehr fünfmal nach Bilk aus – und stellte fünfmal einen Fehlalarm fest.
Hätte Friedrich Conzen weniger Platz im Kalender, hätte er jetzt auch weniger Ärger. Der Bürgermeister hatte am Dienstag die Bilker Arcaden eröffnet und in seiner Ansprache erklärt, das Einkaufszentrum belebe die Konkurrenz im Handel. Darauf reagieren Geschäftsleute vom südlichen Bilk bis zur Schadowstraße sauer, weil Conzen auch Präsident des Einzelhandelsverbandes ist.
Oberbürgermeister Dirk Elbers war am Eröffnungstag ebenso verhindert wie die Erste Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und die Zweite Bürgermeisterin Gudrun Hock (SPD) – beide übrigens massive Kritikerinnen der Arcaden.
Mit der Auseinandersetzung lebt ein jahrelanger Streit wieder auf. In der Diskussion um die Bilker Arcaden hatte der Einzelhandelsverband das Einkaufszentrum stets als überdimensioniert kritisiert. Der CDU-Ratsherr Conzen hatte im Vorfeld der geheimen Abstimmung im Rat, bei der es nur eine äußerst knappe und bis heute nicht endgültig geklärte Mehrheit für die Arcaden gab, mehrfach seine Haltung zu dem Zentrum geändert und schließlich dafür gestimmt.
Besucherzahlen
Erster Tag Der Arcaden-Betreiber mfi hat mit Hilfe der Autos in den Parkhäusern und den Umsätzen eine Besucherzahl von rund 105 000 für den Eröffnungstag errechnet. Allein 33 000 besuchten nach Unternehmensangaben den Mediamarkt.
Wochenende Am Samstag hofft mfi-Sprecher Thorsten Müller, noch einmal zwischen 80 000 und 100 000 Arcaden-Besucher zu verzeichnen.
Erste Woche In der Summe liegen die Erwartungen bei 400 000 Besuchern.
Erstes Versprechen gebrochen
Dass er die Arcaden nun auch noch eröffnete, verwundert unter anderen Marie-Agnes Strack-Zimmermann. „Ich bin ein großer Fan von belebender Konkurrenz, aber das ist kein Konkurrent für den Einzelhandel, das ist Goliath gegen David“, sagt die Liberale.
Sie fürchte, dass der Kahlschlag, den die Arcaden auslösen, bis zur Schadowstraße reiche, zumal der Bau der Wehrhahn-Linie die Geschäfte dort erschwere. Dass die Betreibergesellschaft mfi sich nun schon als Vollanbieter bezeichne, sei ein erster Bruch früherer Versprechen.
Conzen verteidigte seine Rede mit der Kraft des Faktischen. Er habe sich im Juni 2006 für die Position der Fraktion entschieden, die er jetzt seit wenigen Wochen als Vorsitzender führt. „Ich finde immer noch, dass die Arcaden zu groß sind, diese Meinung habe ich auch nicht geändert“, betont Conzen. Da das Einkaufszentrum nun gebaut sei, könne man nur hoffen, dass es erfolgreich sein werde.
Fehlalarme kosten 5500 Euro
Für weiteren Ärger in den ersten Tagen der Arcaden sorgen fünf Einsätze der Feuerwehr. Zwei Löschzüge mit 40 Lebensrettern waren jeweils ausgerückt – und stellten jedes Mal einen Fehlalarm fest.
„Einmal war eine Sprinkleranlage undicht. Außerdem wird in den Arcaden immer noch gebaut, der Staub reicht auch, um den Rauchmelder auszulösen“, sagt Feuerwehr-Sprecher Heinz Engels. Nach der städtischen Satzung kostet jeder Einsatz 1094 Euro, die der Arcaden-Betreiber mfi tragen muss.
Centermanager Jochen Czub reagiert gelassen: „Es dauert immer drei bis vier Wochen, bis alle Mieter wissen, was sie dürfen.“ Bis dahin laufe mal einer in der Gastronomie mit einer Pfanne herum oder ein Mitarbeiter rauche, wo er dies nicht dürfe. „Es ist gut zu wissen, dass die Anlage funktioniert“, sagt Czub.
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