Vor T-Mobile-Shop: Ärger über Handy-Netzkollaps
VON THORSTEN BREITKOPF UND ANDREAS GRÖHBÜHL - zuletzt aktualisiert: 21.04.2009 - 21:26Düsseldorf (RPO). Vor dem Düsseldorfer Telekom-Laden drängten sich am Dienstagnachmittag verärgerte Kunden. Die Mitarbeiter konnten ihnen nicht helfen. Geschäftskunden anrufen, der Mutter kurz Bescheid sagen, sich verabreden - all das war nicht möglich. Dafür aber Zufallsbekanntschaften, aus denen mehr werden könnte.
Seit 16 Uhr stieg die Wut in Pino Parelli hoch. Weder konnte der KFZ-Sachverständige seine Kunden telefonisch erreichen, noch sie ihn. "Davon hängt zu einem guten Teil mein Geschäft ab", sagte der 40-Jährige, der nach Düsseldorf zum T-Punkt geeilt war, nur um zu erfahren, dass nunmal das Netz nicht funktioniere. Und wann das Netz wieder funktionieren würde, konnte ihm auch niemand sagen.
Alles, was man ihm mitgab, war eine Mitteilung, dass das Netz von T-Mobile zusammengebrochen war. Das hatte er auch so schon gewusst. "Einen Ausfall von einer halben Stunde kann ich ja noch akzeptieren. Aber so viele Stunden. Das ist nicht in Ordnung", ärgerte sich Parelli. So wie ihm ging es vielen der 39 Millionen T-Mobile-Kunden. Netzknoten in ganz Deutschland streikten. In dem Telekomladen riss die Schlange missmutiger Kunden nicht ab.
Katrin Koetz wollten die T-Punkt-Mitarbeiter nach eigenen Angaben gar eine Telefonkarte verkaufen, damit sie von öffentlichen Telefonzellen aus ihre Freundinnen erreichen könnte. Doch Telefonzellen seien ja ohnehin rar geworden. Es hat schließlich jeder ein Handy. "Letztendlich haben sie mich freundlicherweise doch von ihrem Festnetz aus anrufen lassen", sagte die 31-Jährige, die als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Landtag arbeitet.
So konnte sie mit zwei Freundinnen eine genaue Uhrzeit für ihr Treffen abmachen. "Locker verabredet hatten wir uns schon. Doch die Details wollten wir später besprechen", sagte sie ironisch lächelnd. Wegen diesem "später" telefonierten ihre Freundinnen Katrin Koetz stundenlang hinterher. Am Ende nahm die 31-Jährige es mit Humor.
Das fiel Octtavio Mocanu etwas schwerer. Er hatten den gesamten Nachmittag über versucht, seine Mutter zu erreichen. Die wollte bei ihm in der Wohnung vorbei schauen. Da sie aber keinen Schlüssel hat, würde er ihr aufmachen müssen. Nur wann? "Die ganze Zeit zuhause warten, kann ich nicht", sagte er. Mal hatte er Netz, dann wieder nicht. Erreicht hat er seine Mutter nicht. Er war in den Telekom-Shop gekommen, um sein Handy wieder funktionstüchtig zu machen und seine Mutter schließlich doch noch an den Hörer zu bekommen. Dort konnte ihm niemand helfen. Das ließ ihn hektisch Richtung Wohnung aufbrechen. Immerhin konnte seine Mutter bereits vor der Tür stehen.
Rentner Manfred Zschörnick verbrachte geschlagene drei Stunden damit, herauszufinden, warum sein Handy den Dienst versagte. Er hatte sich gerade am Tag zuvor eine neues Mobiltelefon gekauft und das funktionierte schlicht und ergreifend nicht. "Ich dachte der Händler hätte etwas verstellt. Deshalb bin ich zu ihm gegangen. Der hat daran herumgebastelt, aber nichts gefunden", erzählt der 62-Jährige. Der Händler schickte ihn dann zum Telekom-Laden. "Das ist das erste Mal seit zehn Jahren, dass ich mit T-Mobile Probleme habe", sagt Zschörnick.
Bei Lilly Lennartz und Richard Unger könnte der Netzausfall etwas anderes bewirkt haben. Sie trafen sich im Apple-Shop, gerade weil sie keine Verbindung hatten. "Wir dachten unsere I-Phones wären kaputt", erzählt die 43-Jährige. Die Telefone hatten sich komplett aufgehangen. Als sie merkten, dass es kein Problem ihres Anbieters war, beschlossen sie, gemeinsam zum T-Punkt zu fahren und anschließend in die Altstadt zu gehen. Was daraus wird. Mal sehen, sagt Unger. Er weiß nur: "T-Mobile verbindet."
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