Ständehaus: Ärger um Behindertenparkplätze vor K21
VON JAN WIEFELS - zuletzt aktualisiert: 10.11.2010 - 08:42Düsseldorf (RPO). Eine Rollstuhlfahrerin beklagt, dass vor dem Ständehaus oft unrechtmäßig Behindertenparkplätze besetzt sind. Das sei nicht die Regel, so die Kunstsammlung. Der Behindertenbeirat spricht von fehlender Sensibilität.
Brigitte Zellmer schätzt die Atmosphäre der Bar am Kaiserteich im Ständehaus, gerne nutzt sie sie für Treffen. Als Rollstuhlfahrerin ist die Meerbuscherin dabei auf einen der vier Behindertenparkplätze vor dem K21 angewiesen.
„In diesem Jahr ist es mir allerdings noch nie gelungen, einen davon zu ergattern, weil dort zu den Öffnungszeiten stets Unberechtigte ihre Fahrzeuge abstellen“, sagt die 58-Jährige. Und noch etwas Anderes ärgert sie: Im September und Oktober sei das Parkplatzschild mit einer blauen Plastiktüte verhüllt gewesen. „Anfangs habe ich gedacht, dass dort vielleicht irgendetwas gebaut oder repariert wird“, erzählt sie. Die Plastiktüte sei jedoch nicht entfernt worden.
Überblick
Die Broschüre „Düsseldorf Barrierefrei“ informiert, welche Hilfen es für Behinderte in der Stadt gibt.
Aufgelistet sind unter anderem die nächsten Behindertenparkplätze von Sehenswürdigkeiten und ihre Zugänglichkeit.
Das Heft gibt es in Arztpraxen und kann heruntergeladen werden von der Seite www.duesseldorf-barrierefrei.de
Das Schild werde verhüllt, wenn das Ständehaus für größere Veranstaltung angemietet wird, erklärt Gerd Korinthenberg, Sprecher der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Auf den Parkplätzen würden hin und wieder Wagen von Mitarbeitern oder Handwerkern stehen, räumt er rein. „Es ist aber nicht die Regel, dass die Plätze besetzt sind.“ Falls die Stellplätze dennoch blockiert sein sollten, reiche eine Meldung bei der Sicherheitszentrale oder an der Kasse - die Wagen würden dann umgehend weggefahren. „Jeder Behinderte bekommt bei uns einen Parkplatz“, versichert Korinthenberg.
Brigitte Zellmer hält dies für nicht ausreichend. Um sich an der Zentrale oder der Kasse melden zu können, müsse sie großen Aufwand betreiben: Sie müsse einen alternativen Parkplatz finden, ihren Rollstuhl auspacken, sich an der jeweiligen Stelle melden, den Rollstuhl wieder einpacken und das Auto umparken. „Danach habe ich dann keine Lust mehr. So etwas ist kräftezehrend“, sagt sie.
Unterstützung bekommt Brigitte Zellmer von Wolfgang Janetzki, Vorsitzender des Beirates für Menschen mit Behinderung der Stadt. „Es kann nicht sein, dass Behindertenparkplätze von Personen ohne Berechtigung blockiert werden“, sagt Janetzki. Wenn davon die Rede sei, dass sich die Betroffenen erst melden müssen, damit ein Parkplatz frei wird, zeuge das von mangelnder Sensibilität gegenüber Menschen mit Behinderungen.
Noch zu Jahresbeginn hatten Behindertenverbände eine stärkere Überwachung von Behindertenparkplätzen in der Stadt gefordert. 2009 war die Zahl der Abschleppungen und Protokolle wegen Falschparkens auf Behindertenparkplätzen gegenüber 2008 um 150 Fälle auf rund 2100 gestiegen. Die zuständige Beigeordnete Helga Stulgies kündigte daraufhin strenge Kontrollen an.
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