Düsseldorf: Ärger um neue Bus-Haltestelle
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 16.12.2009Düsseldorf (RPO). An der Endstation am Ratinger Tor sorgt der Anblick eines Toilettenhäuschens für Aufregung. Außerdem kritisieren ältere Fahrgäste, dass die Haltestelle weit entfernt von den Umsteigemöglichkeiten liegt.
Der Düsseldorfer Vorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) wählt deutliche Worte, wenn er über die Bus-Haltestelle an der Heinrich-Heine-Allee/Ecke Ratinger Tor spricht. "Miese Billiglösung", nennt Iko Tönjes die neue Endstation der Linien 780, 782 und 785. "In den Beschlussvorlagen und auch in der Verkehrsbroschüre zum Kö-Bogen wurde suggeriert, die Haltestelle liege direkt nördlich des Opernhauses." Tatsächlich müssten Fahrgäste nun aber deutlich weiter laufen als bisher. "Für ältere Fahrgäste ist dies nicht zumutbar", sagt Tönjes. Der VCD fordert deshalb eine "unverzügliche Verbesserung der Bussituation in der Altstadt" – und erfährt dabei Unterstützung von den Düsseldorfern, denen das Toilettenhäuschen der Haltestelle missfällt.
VCD
Gründung 19. Juli 1986 als Reaktion auf die Verkehrspolitik der damaligen Bundesregierung
Mitarbeiter 44 hauptamtliche
Mitglieder rund 56 000
Schwerpunkt Der VCD setzt sich für nachhaltige Mobilität ein.
Wirkung Der VCD hat mit dafür gesorgt, dass die Bahn die Bahncard einführt.
Forderung: Halt am Burgplatz
Die neue Haltestelle ist durch den Beginn der Bauarbeiten für den Kö-Bogen erforderlich geworden. Weil am Jan-Wellem-Platz künftig kein Platz mehr für einige Gleise und die Bus-Haltestellen ist, haben Stadt und Rheinbahn eine neue Endstation gesucht und am Ratinger Tor gefunden. Diese liegt aber ein gutes Stück entfernt von den Straßen- und U-Bahn-Haltestellen an der Heine-Allee. Da an einer Endstation auch eine Toilette für die Fahrer vorhanden sein muss, steht nun vor Opernhaus und Hofgarten ein kräftig-grünes WC-Häuschen.
Der VCD untermauert seine Forderung mit drei Vorschlägen für den Verkehr in der Altstadt:
1. Eine Buslinie soll bis zum Burgplatz verlängert werden, um die Zahl der Busse an der Heinrich-Heine-Allee so zu verringern, dass alle übrigen Fahrzeuge genügend Platz an der Station vor dem Opernshop (Ecke Elberfelder Straße) haben.
2. Busse könnten bis zum Ehrenhof fahren, dann an der Station vor der Kunstakademie auf die nächste Fahrt warten und die Kunden anschließend an der Station "Heinrich-Heine-Allee" vor der Polizeiwache einsammeln.
3. Die Busse sollen – spätestens wenn die großen Oberflächen-Baustellen für die Wehrhahn-Linie verschwunden sind – nicht mehr über die Maximilian-Weyhe-Alleee fahren. Statt dessen schlägt der VCD eine Route direkt über Blumen- zur Steinstraße vor, mit einem weiteren Halt an der Königsallee.
Die Rheinbahn weist die Forderungen vorerst zurück. "Wir beobachten seit der Fahrplan-Umstellung am Sonntag, wie sich die Haltestelle entwickelt, und stellen fest, dass die Fahrgäste bisher flexibel reagieren. Viele von ihnen fahren auch mit der U-Bahn zur Steinstraße und steigen dort direkt in die Busse ein", sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Deshalb wolle das Unternehmen abwarten, bevor es möglicherweise Veränderungen vornimmt.
Zumindest das Problem mit dem Toilettenhäuschen will die Rheinbahn aber schnell angehen. Auf RP-Anfrage erklärte Schumacher: "Am Montag soll dort eine feste Toilette installiert werden, wie man sie aus der Altstadt kennt. Die fallen dort niemandem unangenehm auf."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







