Podiumsdiskussion im Düsseldorfer Flughafen: Airlines fordern mehr Kapazitäten
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 09.09.2009 - 21:27Düsseldorf (RPO). Lufthansa und Air Berlin sehen das Potenzial des Düsseldorfer Flughafens noch lange nicht ausgeschöpft. Industrie- und Handelskammern unterstreichen die Bedeutung des Airports für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen.
So viel Übereinstimmung ist zwischen den beiden Konkurrenten Air Berlin und Lufthansa selten. Inhaltlich fast deckungsgleich forderten ihre Sprecher bei einer Diskussion über die Bedeutung des Düsseldorfer Flughafens als Drehscheibe im internationalen und interkontinentalen Luftverkehr die konsequentere Ausschöpfung der Kapazitäten an Start- und Landemöglichkeiten.
Lufthansa-Bereichsvorstand Karl Ulrich Garnadt sieht in Nordrhein-Westfalen ein Marktpotenzial, „das wir in Düsseldorf durch die Beschränkungen der Betriebsgenehmigung nicht ausschöpfen”.
Air Berlin-Vorstand Christoph Debus bestätigte, dass die Nachfrage am Flughafen Düsseldorf höher sei als das Angebot. „Während andere Flugplätze öffentlich subventioniert werden, bleibt Düsseldorf mit seiner attraktiven Wirtschaftsregion und seiner vorhandenen hervorragenden Infrastruktur unter seinen Möglichkeiten, das ärgert uns”, sagte Debus.
Die Fluggesellschaften brauchten dauerhaft Möglichkeiten, mehr wachsen zu können. Dieses Ziel könnten sie durch veränderte Anflugverfahren und eine moderne Flotte erreichen.
In Düsseldorf gehe es deshalb nicht um einen Ausbau des Flughafens, sondern um die Ausnutzung seiner Kapazitätsreserven. Eingeladen hatten zu dieser Diskussionsrunde im Konferenzzentrum des Flughafens die Industrie- und Handelskammern Düsseldorf, Bochum, Duisburg, Essen, Mittlerer Niederrhein und Wuppertal-Solingen-Remscheid.
Karl Hans Arnold, Vizepräsident der Düsseldorfer Kammer und Geschäftsführer der Rheinischen Post, beschrieb, warum dieEntwicklung des drittgrößten deutschen Flughafens für die Wirtschaft von großer Bedeutung ist. „Rund 4500 Niederlassungen ausländischer Unternehmen haben ihren Sitz in der IHK-Region Düsseldorf.
Diese Betriebe sind auf die Nähe zum Flughafen angewiesen.” Für mehr als 80 Prozent der außenwirtschaftlich orientierten Unternehmen ist diese Nähe zum Flughafen wichtig oder sogar sehr wichtig. Bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern steigt dieser Wert sogar auf 95 Prozent.” Die 2005 erteilte Betriebsgenehmigung habe den Weg frei gemacht, um auch über die Drehkreuzfunktion des Düsseldorfer Flughafens weiter nachzudenken.
Neben den beiden Airline-Managern Garnadt und Debus diskutierten Flughafenchef Christoph Blume, Hansjochen Ehmer von der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef, Klaus Laepple, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft und Carsten Czub, Präsidiumsmitglied des Verbands Deutsches Reisemanagement.
In dem von RP-Redakteur Thomas Reisener moderierten Gespräch war man sich einig darüber, dass sich der Düsseldorfer Flughafen als drittes Drehkreuz nach Frankfurt und München dauerhaft etablieren kann.
Seine Vorteile: Eine mit Paris und London vergleichbare starke Wirtschaftsregion im Hintergrund, eine heute schon dichte und ausbaufähige Vernetzung im europäischen und interkontinentalen Verkehr sowie mit Lufthansa und Air Berlin die beiden größten deutschen Fluggesellschaften, die ihr Engagement in Düsseldorf weiter ausbauen wollen.
Obwohl die Lufthansa auch in Düsseldorf und hier vor allem in der First- und Business-Class erhebliche Einbrüche zu verzeichnen hat, „steht sie weiterhin zum Standort Düsseldorf”. Für Verbindungen nach China und Indien sieht Garnadt jedoch „keine Chance”.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





