Düsseldorf: Alfred Biolek bittet zum Promi-Dinner
VON SVEN GÖSMANN - zuletzt aktualisiert: 15.09.2008Düsseldorf (RPO). Der Showmaster unterstützt mit seiner Stiftung Aids-Prävention in Afrika. Bei einer exklusiven Spenden-Gala im „Monkey‘s West“ kommen 120.000 Euro zusammen. Besonders begehrt war bei der Versteigerung ein Essen von und mit Bio.
Dr. jur. Alfred Biolek darf man getrost einen Hansdampf der Populärkultur nennen. Der 74-Jährige erfand mit „Bio‘s Bahnhof“ eine neue Form gehobener Fernsehunterhaltung, löste Jahrzehnte später mit seinen Kochsendungen und -büchern die Welle der Prominenten-Kochshows aus und will nun eine unterhaltsame Form der Charity in Deutschland etablieren, die bei ihm natürlich mit kulinarischer Hochkultur verbunden ist.
Bio, wie ihn alle nur nennen, hatte in die Düsseldorfer Prominentenkantine „Monkey‘s West“ am Graf-Adolf-Platz geladen, und 170 der Schönen, Reichen und/oder Wichtigen von Rhein und Ruhr waren gekommen.
Alfred Biolek
Geboren am: 10. Juli 1934 in Freistadt (Tschechien) als Sohn eines Rechtsanwalts und einer Schauspielerin.
Leben: 1946 Flucht nach Waiblingen, 1962 juristische Promotion, 1963 ZDF-Justitiar, später TV-Produzent: „Kölner Treff“, „Bio‘s Bahnhof“, „Boulevard Bio“, „Alfredissimo“, zahlreiche Kochbuch-Bestseller. Er lebt mit seinem Partner in Köln und Berlin.
Biolek lockte mit gleich zwei Sterneköchen am Herd, Frank Buchholz („Restaurant Buchholz“, Mainz) und Björn Freitag („Goldener Anker“, Dorsten) und einem erlesenen Menü: Jakobsmuscheln mit Gelbe Bete und Lakritz, Fagottini von Kaninchen und Taschenkrebsen, Kanadischem Bison aus dem Aroma-Pack mit Pfifferlingsschmelze und Petersilienspitzkohl sowie Aufeinandertreffen von Weinbergpfirsich mit Himbeere und Buttermilch.
TV-Größen servierten das Essen
Serviert wurde das Ganze von TV-Größen wie Hildegard und Lotti Krekel, Bettina Böttinger sowie Marianne Rogée und Liz Baffoe aus der „Lindenstraße“.
Im Mittelpunkt des bis halb drei Uhr in der Nacht dauernden Abends stand jedoch die Versteigerung für den guten Zweck: Vor drei Jahren hatte Biolek seine Stiftung gegründet, die Projekte der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung in Afrika finanziert.
So werden in Kenia Aufklärungskurse über Aids und Verhütung bezahlt. Mit dieser Arbeit, betonte Biolek, in seiner kurzen Ansprache, handele man durchaus auch eigennützig: „Denn an Aids sterben die Jungen, die Zukunft Afrikas. Dabei dürfen wir nicht einfach zuschauen.“
Das fand auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), die die Gäste mahnte: „Eine Idee ist immer gut, aber man braucht auch das Geld, um sie zu verwirklichen.“ Und so lockte anschließend Auktionator Andreas Rumbler der Belegschaft dieses etwas anderen Promi-Dinners insgesamt 120.000 Euro aus den Taschen.
4200 Euro für Fashionshow-Tickets
Zu den Objekten, die am meisten erlösten, gehörten zwei Karten für die Dolce-und-Gabbana-Fashionshow in Mailand, die Modezar Albert Eickhoff besorgt hatte: 4200 Euro war das einem Gast wert.
Eine Brillantuhr von Juwelierin Christel Heilmann brachte 6900 Euro, eine Exklusiv-Führung mit „Monkey‘s“-Chef und Kunstberater Helge Achenbach über die Messe Art Basel 2009 ging für 2600 Euro weg, ein Bentley-Winterfahrtraining am Polarkreis für 8500 Euro pro Person. Ebenfalls ein Renner: das Abendessen von und mit Alfred Biolek und eine Kenia-Reise mit ihm.
Die meisten Gäste werden ihre Ausgaben von der Steuer absetzen können, waren im Publikum doch zahlreiche Unternehmer und Mäzene vertreten: etwa Gabriele Henkel, die Biolek in einem bewegenden und bewegten Kurzauftritt dankte: „Ich bewundere es über alle Maßen, was er zustande bringt“, die Viehof-Familie (Allkauf), Banker Andreas Schmitz (HSBC Trinkaus), Verleger Sebastian te Neues, Christian von Daniels (van Laack), Unternehmensberater Walter P.J. Droege, Peter Endres (Reiter- und Rennverein), CDU-Hoffnungsträger Philipp Mißfelder, Thomas Ellerbeck (Vodafone) und Prinzessin Donata zu Ysenburg.
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